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Tagesmutter scheitert an Sprachbarriere

Maribel Delgado stammt von den Philippinen und betreut nun Kinder. Dass sie kaum Deutsch kann, stört die meisten Eltern.

Von Peggy Zill

Neugierig, aber schüchtern beäugt die kleine Sharleen den Besuch. Die Anderthalbjährige redet noch nicht viel, versteht aber schon sehr gut, wenn Maribel Delgado ihr sagt, dass sie den gelben Reifen aufheben soll. Dabei spricht die Tagesmutter nur Englisch mit dem Kind. Sie stammt von den Philippinen, hat die letzten sieben Jahre in Prag gelebt, dort auch als Lehrerin an Montessori-Schulen gearbeitet. Im Februar hat sie ihre Tagespflege an der Moritzburger Straße im Spitzgrund eröffnet.

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Die Verständigung mit den Kindern funktioniere super, sagt Maribel Delgado. „Natürlich verstehen sie mich nicht gleich von Anfang an. In diesem Alter lernen sie das Sprechen ja erst.“ Aber die Kinder achten auf ihre Körpersprache, ihren Ton, und sie zeigt, was sie erzählt. Dass die Kleinen dann Probleme haben, wieder ins Deutsche zu wechseln, wenn die Eltern kommen, habe sie noch nicht beobachtet. „Kinder sind nicht wie wir“, sagt die 43-Jährige. Es gehe auch gar nicht darum, dass sie als Dreijährige fließend Englisch sprechen. Zumal sie das im Kindergarten sowieso wieder verlernen würden. „Aber ich denke, sie bekommen ein Gefühl für die Sprache. Sie ist ihnen später weniger fremd.“

Mit ihrem deutschen Ehemann ist Maribel Delgado vor einem Jahr nach Coswig gezogen. Hier gehörte ihnen schon vorher die Wohnung an der Moritzburger Straße. Die 43-Jährige hat selbst drei Kinder, Business Management studiert, ein Montessori-Training absolviert und die Ausbildung zur Tagesmutter in Radebeul gemacht. In ihrem Konzept richtet sie sich nach der Montessori-Pädagogik. Geprägt von dem Satz „Hilf mir, es selbst zu tun“ (Maria Montessori) überlässt sie die Steppkes nicht sich selbst. Freies Spielen findet zwar auch statt, aber Maribel Delgado legt Wert darauf, dass die Kinder lernen, mit alltäglichen Gegenständen umzugehen. Übt, wie Stift, Schere und Nudelkelle gehalten werden müssen und den Tisch zu decken. Gekocht wird jeden Tag frisch und raus geht es immer – auch bei Regen und Schnee. Zweimal pro Woche trifft sich die 43-Jährige mit einer anderen Coswiger Tagesmutter und deren Kindern.

Aktuell betreut Delgado nur Sharleen. Die Philippinerin hätte gern mehr Kinder. Bis zu fünf darf sie in ihrer Wohnung betreuen. Aber die meisten Eltern seien zurückhaltend, weil sie mit ihr nicht kommunizieren können. Ein bisschen Deutsch versteht sie zwar, aber es reicht nicht, um den Eltern ausführlich von den Erlebnissen des Tages zu berichten.

Und die Eltern wiederum trauen sich nicht, ihr Schulenglisch einzusetzen. Deshalb wird Maribel Delgado als Tagesmutter vorerst pausieren und einen Sprachkurs besuchen. Im Februar will sie ihre Kindertagespflege wieder öffnen. „Ich denke und hoffe, dass ich dann bessere Chancen habe“, sagt sie.