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Gartencenter öffnet im Januar neu

Der Wiederaufbau beim Dehner Gartencenter dauert doch noch länger als geplant.

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© Norbert Millauer

Von Peggy Zill

Coswig. Die große Verkaufshalle ist noch völlig leer und staubig. Auf dem Dach am Eingang sind ein paar Handwerker bei der Arbeit. Der Parkplatz wird von einem Bagger bearbeitet. Was von der Straßenseite aus nicht zu sehen ist, ist das rege Treiben hinter der Halle am und im neuen Gewächshaus. Das wird an manchen Stellen bereits gepflastert, an anderen werden noch Wände hochgezogen. Hier hatte das Großfeuer im Februar den meisten Schaden angerichtet. Was nicht direkt von Feuer und Rauch betroffen war, hat die Hitze zerstört. Statisch war das Gewächshaus nicht mehr zu retten. Es musste komplett abgerissen werden. Wie hoch der entstandene Sachschaden ist, dazu macht Dehner keine Angaben. Auch nicht, was der Wiederaufbau kostet. Nur so viel: Am Standort gezweifelt habe das Familienunternehmen aus dem bayerischen Rain am Lech nach dem Brand nicht. Immerhin gibt es den Markt seit nun schon fast 25 Jahren in Brockwitz.

Ursprünglich sollte das Gartencenter im Herbst wieder offen sein. Nun müssen die Garten- und Tierfreunde bis zum 31. Januar 2019 warten. „Wir brauchten Fertigbetonteile für das Gewächshaus. Die gab es nicht so schnell“, erklärt Michael Schmidt, Dehner-Regionsleiter für Ostdeutschland, weshalb der Eröffnungstermin verschoben werden musste. Bis Ende Januar sollen alle Innenarbeiten abgeschlossen sein. Dann kann wieder eingekauft werden. Die große Eröffnungsfeier findet aber erst am 7. März statt. Bis dahin sollten auch alle frostabhängigen Arbeiten im Außenbereich beendet sein.

Dann können auch die Mitarbeiter alle wieder an ihre Arbeitsplätze in Brockwitz zurückkehren. Deren Zahl schwankt saisonal bedingt zwischen 30 und 35. Doch trotz des Brandes musste niemand entlassen werden. „Die Mitarbeiter arbeiten in anderen Märkten“, erzählt Michael Schmidt. Manche müssen nur bis nach Dresden oder Chemnitz fahren. Andere werden bundesweit etwa in Erfurt oder in Dietzenbach bei Frankfurt eingesetzt, sofern sie mobil und dazu bereit waren.

Durch das Großfeuer hat der Brockwitzer Dehner-Markt eine komplette Gartensaison verpasst. „Das ist natürlich nicht schön“, gibt Michael Schmidt zu. Aber man habe das Beste daraus gemacht. Damit meint er, dass alle Jobs erhalten bleiben konnten und der Markt nach dem Wiederaufbau schöner sein wird. Das Vordach über der Eingangstür wird verglast, damit mehr Licht reinkommt und das Grünsortiment gleich am Eingang begrüßt. Die gesamte Innenraumgestaltung und Warenpräsentation erfolgt moderner, verspricht Michael Schmidt. An der Größe des Marktes hat sich nichts geändert. Und auch das Sortiment wird das alte sein: Es gibt Haustiere und Zubehör, Gartenmöbel, Grillutensilien, Freiland- und Topfpflanzen und alles, was das Gärtnerherz noch begehrt. Geplant sind neue, barrierefreie Kundentoiletten. Zudem wird die Einfahrt von der Dresdner Straße etwas versetzt, damit Lkw bequemer auf den Parkplatz kommen.

Eine extra Sprinkleranlage, damit so ein Brand nicht noch einmal passiert, braucht es laut Michael Schmidt nicht. „Es gibt im Markt Coswig nicht die Notwendigkeit eine Anlage dieser Art einzubauen, da eine Brandschutzwand die Gebäudeteile entsprechend schützt.“

Und der Feuerteufel? Offiziell ist der nicht ermittelt worden. Der mutmaßliche Brandstifter, der seit März in Untersuchungshaft sitzt, wird sich vor Gericht nur für den Brand beim WHG Holzfachmarkt verantworten müssen. Allein dabei sind 7,5 Millionen Euro Schaden entstanden. Wie die Polizeidirektion Dresden auf Nachfrage erklärt, hat die Ermittlungsgruppe, die nach der Brandserie in Coswig und Umgebung gegründet worden ist, ihre Arbeit Ende August beendet. „Zu den Einzelheiten und dem Umfang der Ermittlungen werden wir im Hinblick auf die kommende Gerichtsverhandlung keine Aussagen treffen“, so eine Polizeisprecherin.