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Radeln für besseres Klima

Pirnaer lassen das Auto stehen und bescheren der Stadt damit einen guten Platz im Bundesvergleich. Klimaschutz endet aber nicht bei der Mobilität.

Von Yvonne Popp

Prina. Wie Umweltschutz geht, haben die Pirnaer am vergangenen Sonnabend zum ersten Klimaschutz-Aktionstag in der Altstadt gezeigt. Den Auftakt zur Veranstaltung bildete die Verkündung der Sieger des diesjährigen Stadtradelns. Bereits zum zweiten Mal hat Pirna an dem bundesweiten Wettbewerb teilgenommen. Mitmachen konnten alle, die etwas für die Umwelt und ganz nebenbei auch etwas für ihre Gesundheit tun wollten. Nebenbei wurde auch der Teamgeist gefördert, denn wer wollte, konnte sich einem Team anschließen. So traten am Ende Kollegen eines Büros, Vereinskameraden oder engagierte Bürger gemeinsam in die Pedale.

Auch hier ging’s um Klimaschutz: Elisabeth Buchheim von der Initiative Proveg erklärte an ihrem Stand in der Schmiedestraße, wie man beim Kochen etwa in Großküchen viel Energie sparen kann. Möglichkeiten dazu bieten die Abfallvermeidung und der Austausch

Schon im Vorjahr konnten die Pirnaer so beachtliche 105 000 Kilometer zusammenradeln. Insgesamt 402 Teilnehmer waren da an den Start gegangen. Das tolle Ergebnis verfehlte dann auch seine Wirkung nicht, denn in diesem Jahr ließen in der Zeit vom 18. August bis zum 8. September gleich gut 250 Teilnehmer mehr ihr Auto stehen und stiegen aufs Fahrrad um. Das spiegelte sich auch im Endergebnis wieder. 163 125 Kilometer kamen zusammen. Damit landete die Stadt im bundesweiten Vergleich auf einem beachtlichen 16. Platz unter 450 teilnehmenden Kommunen.

Auf dem Platz an der Schmiedestraße/ Ecke Dohnaische Straße prämierten Pirnas Oberbürgermeister Klaus-Peter Hanke (parteilos), der Klimaschutzbeauftragte der Stadt, Thomas Freitag, und die Stadträtin Katrin Lässig (Wir für Pirna – freie Wähler) die Sieger. Unterteilt worden sind diese in die Kategorien Unternehmen, Bürgerengagement, Vereine und Schulklassen.

Sieger bei den Unternehmen war das Team Zweirad Gollmann mit 29 814 gefahrenen Kilometern. In der Kategorie Bürgerengagement gewann das Team Diatel mit 4 225 Kilometern. Bei den Vereinen hatte „Wir für Pirna“ die Nase mit knapp 7 500 Kilometern vorn. Als Sieger unter den Schulklassen ging die Klasse 6a der Pestalozzischule hervor. Hier erradelten die Schüler 8 507 Kilometer.

Auch ein Sonderpreis wurde vergeben. Diesen erhielt die heilpädagogische Schule für geistig behinderte Kinder und Jugendliche in Bonnewitz. „Wir haben aber nicht nur eine Klasse, sondern die ganze Schule angemeldet“, sagt Steffen Richter, Leiter des zur Schule gehörigen Heims. Denn nicht alle der behinderten Kinder, so erklärt er, können Rad fahren. Es gibt aber Schüler, die kommen täglich mit dem Rad zur Schule gefahren.

Aber auch die Kollegen des 39-jährigen Sozialpädagogen traten fleißig mit in die Pedale. Erst kurz zuvor hatte ihnen die Schule angeboten, sich über das sogenannte Job-Rad-Leasing günstig ein neues Fahrrad anzuschaffen. Das wurde gut angenommen. „Und als wir dann vom Stadtradeln gehört haben, haben wir gesagt: Da machen wir mit“, erzählt Steffen Richter. Das hat sich am Ende für alle Teilnehmer gelohnt.