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Zittau streitet jetzt für Frieden

Die Stadt tritt dem weltweiten Netzwerk „Mayors of Peace“ bei. Beinahe wäre es nicht dazu gekommen.

Von Thomas Mielke

Zittau. Nach Hoyerswerda, Kamenz und Görlitz wird Zittau die vierte ostsächsische Stadt, die dem weltweiten Netzwerk „Mayors for Peace“ („Bürgermeister für den Frieden“) beitritt. Das hat der Stadtrat ohne Gegenstimmen, aber mit vier Enthaltungen auf Antrag der Linken beschlossen. Zudem soll jeweils am 8. Juli die Flagge des Netzwerkes am Rathaus aufgezogen werden.

Beinahe wäre der Beschluss nicht gefällt worden. Stadtrat Thomas Krusekopf (parteilos) bemängelte, dass Zittau sich aus Zeit- und Kostengründen nicht überall engagieren könne. Noch schwerer wog der unausgesprochene, aber von einigen Räten angedeutete Vorwurf an die Linken, dass sie mit dem Beschlussantrag den Zittauer Stadtrat benutzen, um Werbung für ihre Friedenskampagnen und damit in eigener Sache zu machen. Zudem waren einige Räte nicht damit einverstanden, dass der Antrag ohne vorherige Einbeziehung der anderen Stadträte und des Oberbürgermeisters eingebracht wurde. Wäre es deshalb zu einer uneindeutigen Abstimmung gekommen, hätte man die Sache – das Anliegen der „Bürgermeister für den Frieden“ – beschädigen können, sagte beispielsweise Stadtrat Dietrich Glaubitz (CDU). Erst nachdem Jens Hentschel-Thöricht, Fraktionschef der Linken, Fehler eingeräumt hatte, entschieden sich die Räte der anderen Fraktionen zur Zustimmung.

Der frühere Bürgermeister der von einem Atomschlag gezeichneten japanischen Stadt Hiroshima, Takeshi Araki, hatte das Städte-Bündnis 1982 ins Leben gerufen. Es setzt sich für den Frieden und insbesondere für atomare Abrüstung ein. Derzeit sind knapp 7 700 Städte, darunter 589 deutsche, aus 163 Ländern Mitglied. (SZ/tm)

www.mayorsforpeace.org