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Kritik am Riesaer Radweg-Netz

Bisher habe die Stadt viele Chancen ausgelassen. Was die Bürger dazu sagen, soll eine Umfrage zeigen.

Riesa. An der Situation für Riesaer Radfahrer hat sich nach Ansicht des Grünen-Kreisverbandes in den vergangenen Jahren zu wenig getan. „Die einzige große Verbesserung der letzten zwei Jahre ist der kürzlich fertiggestellte Radweg von Riesa nach Nickritz“, so Parteimitglied Volker Herold. „Ansonsten haben wir den Eindruck, dass das Thema Radverkehr nicht im oberen Teil der Prioritätenliste der Stadtverwaltung steht.“ Beispielhaft führt Herold einige Chancen an, die die Stadt verpasst habe: So wäre im Zuge der Arbeiten an der Hamburger Straße die Errichtung eines Radwegs an dieser „gefährlichen Engstelle, die ja auch ein Schulweg ist“ möglich gewesen. Außerdem sei die Fahrbahn an der neugebauten Brücke Lange Straße/Grenzstraße unnötig eingeengt worden.

Vor allem im letzten Punkt widerspricht die Stadt: „Die Straße ist acht Meter breit, das reicht sogar für zwei Lkw“, so Sprecher Uwe Päsler. Auf den anderthalb Meter breiten Radstreifen dürfen Autos fahren, „sofern kein Radfahrer behindert wird. In diesem Fall müssen sich die Kfz bei einer Begegnung natürlich hinter dem Radler einordnen, das gilt ja aber generell bei derartigen Radstreifen.“ Die Hamburger Straße wiederum sei einfach zu schmal für einen Radfahrstreifen. „Zudem muss so ein Radweg auch immer im Gesamtsystem eingebunden sein, nur einen Teilabschnitt losgelöst zu betrachten, ist da wenig hilfreich.“ Diese Gesamtbetrachtung könnte das Radverkehrskonzept schaffen, das Anfang dieses Jahres beschlussfähig sein soll.

Unabhängig von der Grünen-Kritik führt der Allgemeine Deutsche Fahrradclub derzeit eine Umfrage durch, in der Menschen ihre Stadt aus Radfahrersicht beurteilen können. Riesa hatte 2016 erstmals die erforderliche Teilnehmerzahl erreicht und mit der Note 3,8 abgeschnitten. (SZ/stl)

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