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Erinnerungen an „Ein Engel im Taxi“

© Brekow

Im August 1980 war die Serie mit Heinz Rennhack auch in Großenhain gedreht worden. Wolfgang Brekow war dabei.

Von Kathrin Krüger-Mlaouhia

Großenhain. Im Zusammenhang mit der Schließung von Kico war in der SZ vom Mittwoch auch vom Film „Ein Engel im Taxi“ mit Heinz Rennhack die Rede. Der Fernsehspaß entstand teils in Großenhain: Für die Filmaufnahmen mit Heinz Rennhack wurde die Kulisse des Großenhainer Marktplatzes genutzt, berichtete die SZ seinerzeit ausführlich. Vom 15. bis 19. August 1980 war Regisseur Jo Hasler mit seinem Team in der Stadt. Wer als Kleindarsteller mitwirken wollte, konnte sich melden. Vor allem junge und ältere Leute wurden als Komparsen gesucht. Es war das zweite Mal in dem Jahr, dass sich ein Drehstab des Fernsehens zu Filmaufnahmen in Großenhain aufhielt – nach Szenen im Stadtpark am 8. Juli zu „Jockey Monika“ mit Regisseur Thomas Jacob.

Madelaine Lierck ist die spleenige Stimmband-Eva im Dianabrunnen. © Brekow

Die Großenhainer nahmen Verkehrseinschränkungen am Drehort gern in Kauf. Die Filmleute von der Defa ließen auch ein kleines Souvenir zurück. Sie brauchten für ihre Dreharbeiten eine Gaslaterne, die sie am Grundstück von Herbert Heidrich, eben bei Kirst & Co., anbrachten. Hauptdarsteller Heinz Rennhack, der mit Madelaine Lierck und Ursula Staak spielte, kam übrigens zur Voraufführung von „Ein Engel im Taxi“ ins Kino Freundschaft in der Klostergasse. Es gab an jenem Montag drei ausverkaufte Vorstellungen.

„Ein Engel im Taxi“ ist ein dreiteiliger Film, in dem Heinz Rennhack als Taxi-Kutscher Engel vom Kombinat Verkehrsbetriebe unterwegs ist. Mit seinem Wolga befördert er auch die Künstlerin Molli (Madelaine Lierck) zur 500-Jahrfeier nach Großenhain. Noch bevor er seinen singenden Fahrgast am Auftrittsort abliefern kann, gerät der kraftfahrende Unglücksrabe in das furiose Spiel der örtlichen Feuerwehr auf dem damaligen Karl-Marx-Platz.

Wolfgang Brekow war bei diesem sportlichen Wettkampf dabei. „Es hieß, wir brauchen zehn Leute, da wurden wir ruckzuck freigestellt“, so der damalige Mitarbeiter der Stema. Der Hindernisparcours bestand z. B. aus einer Eskaladierwand, einem großen Schlauchboot und Hürden. Nicht nur die Feuerwehr und 20 Wettkampfteilnehmer mussten da durch, sondern auch Hauptdarsteller Rennhack. „Ein Papphaus wurde gegenüber dem Rathaus aufgebaut, dass Rennhack dann als brennend gelöscht hat“, erinnert sich Wolfgang Brekow. Auch die Jagdhornbläser aus Strauch waren einbezogen. Und der Chor der Pestalozzi-Oberschule sang: „Kommt ein Vogel geflogen“. Auf der Bühne zur „500-Jahrfeier“ standen Honoratioren der Filmstadt gemeinsam mit Schauspielerin Ursula Staak. Etwa 100 Komparsen umrundeten den Platz, was man auf Fotos von Heinz Weigel, Jürgen Frömmel und Wolfgang Brekow sehen kann. Der schwatzte übrigens auch mit Darstellern und Regisseur. „Es war zwar kühl, aber es machte so Spaß“, erinnert sich der damals 37-Jährige.