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Artistin landet auf der Kulturinsel

Beim Fallschirmzielspringen will Marlene Kiepke zeigen, dass sie nicht nur im Krönum elegant durch die Lüfte schwebt. Um den Neiße-Pokal darf sie aber noch nicht kämpfen.

© André Schulze

Von Steffen Gerhardt

Zentendorf. Seile und Bänder sind ihr Metier, wenn Marlene Kiepke im Krönum durch die Lüfte schwebt. Doch diesen Sonnabend hält die Luftakrobatin andere Seile in der Hand: die ihres Fallschirmes. Die junge Frau bezeichnet sich selbst als Luftakrobatin. Dazu ließ sie sich ausbilden und bringt als Übungsleiterin diese Form der Artistik anderen bei. Auf der Kulturinsel ist sie Mitglied in dem Ensemble, das die Dinnershow im Krönum artistisch ausschmückt.

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Zudem hat sie eine Leidenschaft, die sie noch viel höher in die Lüfte führt: das Fallschirmspringen. „Seit ich Fünfzehn bin, fasziniert mich dieser Sport. Leider reichte das Geld nicht, um einen kompletten Lehrgang in jungen Jahren zu absolvieren, sodass ich mir das alles aufteilen und selbst zusammensparen musste“, erzählt die 26-Jährige. Erst vor zwei Jahren konnte sie von sich sagen, dass sie nun die Lizenz zum Fallschirmspringen in der Tasche hat.

Am Sonnabend nimmt sie die Gelegenheit wahr, am Fallschirmzielspringen zur Neiße-Tour 2017 teilzunehmen. Veranstalter ist der Rothenburger Luftsportverein. Zusammen mit der Flugplatzgesellschaft, Neiße-Tours und der Kulturinsel werden zwei Wettbewerbe angeboten: das Fallschirmzielspringen um den Neiße-Pokal 2017 und der kombinierte Wettkampf „Neiße-Tour 2017“. Volker Wollert vom Vorstand des Luftsportvereins erklärt die Disziplinen: „Wir bilden Mannschaften zu je sechs Personen. Sie müssen zuerst das Gruppenzielspringen absolvieren – auf eine Sprungmatte auf der Kulturinsel. Anschließend ist Schirmpacken angesagt und es geht danach zum Rafting mit Schlauchbooten zurück nach Rothenburg. Von dort ist der Flugplatz mit dem Fahrrad zu erreichen. Abschließende Disziplin ist das Bogenschießen.“ Sieger der Neiße-Tour ist die Mannschaft, die alle fünf Stationen mit der insgesamt geringsten Platzziffer durchlaufen hat. Während diese Tour der Allgemeinheit offen steht, kämpfen die Profis unter den Fallschirmspringern um eine Punktlandung auf dem Flugplatz Rothenburg. „Aus 1000 Metern Höhe ist auf einen Punkt zu landen, der nur zwei Zentimeter groß ist“, beschreibt Volker Wollert die Herausforderung. Gewertet werden Einzelspringer und Gruppen.

Um den Pokal wird Marlene Kiepke nicht mitspringen. „Dazu fehlt mir noch die Anzahl von 400 Sprüngen, die Voraussetzung für eine Teilnahme sind. Ich hoffe, dass ich an diesem Wochenende meine ersten 100 erreiche“, sagt sie. Momentan steht sie bei 89 auf ihrem Sprungkonto. „Ich würde ja öfters springen, aber mir fehlt die Zeit dazu“, bekennt sie. Ihr Auftritt am Wochenende im Krönum ist nur ein Punkt in der Liste ihrer vielen Beschäftigungen. Als Luftakrobatin schwebt sie noch durch andere Veranstaltungsreihen. So wird sie nächste Woche in Hamburg ihren Auftritt haben, danach folgen Stuttgart sowie Berlin – und zwischendurch das Krönum.

Zu Hause ist Marlene Kiepke in Lüneburg. Aber dort ist sie nicht oft. Als Freischaffende tourt sie durch Deutschland und die angrenzenden Länder. Zudem war sie als Luftakrobatin auch schon in Indien und Indonesien, erzählt sie und betont, dass sich alles so über die Jahre ergeben hat. Denn eigentlich ist sie von Beruf Therapeutin. Sie hat das studiert und dafür einen Master-Abschluss. „Ich habe eine Zeit lang in einer Praxis gearbeitet, aber letztendlich ist die Luftakrobatik für mich das Faszinierendere.“ Die Besucher der Dinner-Show im Krönum können sich davon überzeugen.

Für dieses Jahr ist ihr Terminplan gut gefüllt, was 2018 bringen wird, da ist noch einiges offen. Auf alle Fälle möchte sie weitere Sprünge absolvieren. Denn mit der geforderten Anzahl darf sie dann aus großer Höhe springen – zum Beispiel um einen der nächsten Neiße-Pokale.

www.rlsv.de