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Weihnachten  

Aschenbrödel-Schau ist jetzt Millionär

Die fünfjährige Emma Jansen aus Dresden war der Ein-Millionsten-Besucher seit Eröffnung der ersten Ausstellung „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ im Winter 2009. © Arvid Müller

Auf Schloss Moritzburg bei Dresden wurde der Ein-Millionste-Besucher der Winterschau zum Kultfilm „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ begrüßt.

Moritzburg.Am Freitagvormittag war es so weit. Sachsens Schlösserland-Chef Christian Striefler und Kuratorin Margitta Hensel konnten den einmillionsten Besucher seit Eröffnung der ersten Ausstellung „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ im Winter 2009 begrüßen. Die fünfjährige Emma Jansen aus Dresden war gemeinsam mit ihrer Mama, der Oma und ihrer kleinen Schwester nach Moritzburg gekommen, um die Schau am originalen Drehort des wohl schönsten Märchenfilms zu besuchen.

„Emma ist ein ganz großer Aschenbrödel-Fan“, sagte Mutter Britta der SZ. „Seit sie zwei Jahre alt ist, spielen wir immer wieder Szenen aus dem Film nach.“ Am Anfang durfte die Kleine immer nur ein paar kurze Sequenzen des Filmes sehen. Die Familienmitglieder mussten dann in verschiedene Rollen schlüpfen. „Die Oma war der Prinz“, verrät Britta Jansen.

Das junge Mitglied der riesigen Aschenbrödel-Fangemeinde meisterte die ungewohnte Aufmerksamkeit von Fotografen und Kameraleuten mit nahezu profihafter Gelassenheit. Als Belohnung dafür bekam sie als Jubiläumsbesucherin unter anderem eine Aschenbrödelkette und eine Spieluhr mit der Titelmelodie von Karel Svoboda.

Ein großer Tag war am Freitag aber nicht nur für Emma, sondern auch für die Verantwortlichen vom Schlösserland Sachsen. Schließlich gibt es nicht viele temporäre Ausstellungen, die sich mit einem Millionen-Publikum schmücken können. 

Als vor zehn Jahren die Idee für eine kleine Schau zum Kultfilm „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ geboren wurde, hatte im Schloss und beim Schlösserland niemand von solch einem Erfolg zu träumen gewagt. „Wir hatten damals gesagt, wir machen etwas Kleines und hatten auf 25 000 bis 30 000 Besucher gehofft“, erinnerte sich am Freitag der Geschäftsführer der Staatlichen Burgen und Schlösser und Gärten Sachsen gGmbH, Christian Striefler. 

Im Film schaut Aschenbrödel durch ein Schlossfenster in den Ballsaal, der aber in Babelsberg aufgebaut war. Dieses Modell ermöglicht diesen Blick auch den Ausstellungsbesuchern. Seit der Neugestaltung 2015 nun sogar durch das Schlossfenster. Foto: SZ/Sven Görner
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Damals fand die Schau in den Sonderausstellungsräumen statt, die seit 2015 wieder genutzt werden. Dass sich am Ende in viereinhalb Monaten 150 000 Besucher auf den gerade mal 450 Quadratmetern Ausstellungsfläche drängten, war eine kleine Sensation.

„Es musste über Dinge nachgedacht werden, die bisher gar keine Rolle spielten“, sagt Striefler und nennt zwei Stichworte: ein Sicherheitskonzept und ein Online-Ticket-Verkauf, um den Warteschlangen vor dem Schloss Herr zu werden.

Nach einem Jahr Pause wurden für die zweite Schau im Winter 2011/12 schließlich die Räume der Barockausstellung mit einbezogen. Das stellte die Ausstellungsmacher zugleich vor eine neue Herausforderung.

Mit Messgeräten wurde akribisch überwacht, dass die Luftfeuchtigkeit in den nicht heizbaren Sälen in einem Maß blieb, das den kostbaren Ledertapeten und Möbeln nicht gefährlich wurde. Die 40 Originalkostüme aus den Prager Barrandov-Studios sind auch für Kuratorin Margitta Hensel noch immer das Glanzlicht der bisher einschließlich der aktuellen acht Ausstellungen. Belohnt wurde der Aufwand mit 180 000 Besuchern.

Die in einem Brief als Vorwurf gemeinte Aussage, mit der Ausstellung werde der Massengeschmack bedient, sieht Striefler ganz anders: „Wir zeigen die Nutzungsgeschichte des Schlosses.

Der AschenbrödelDreh gehört dazu. Etwas anderes wäre es, wenn wir künstlich etwas nach Moritzburg geholt hätten. So aber kommen wir dem Interesse vieler Leute entgegen. Und natürlich ist es auch unsere Aufgabe, Einnahmen zu generieren.“ Mit diesen wurden in den vergangenen Jahren sogar mehrere Ankäufe zur Komplettierung der Sammlung der Barockausstellung möglich.

Um künftige Besucher müssen sich die Schloss-Leute in Moritzburg offenbar keine Sorgen machen. Denn Emmas jüngere Schwester Nele, die kurz vor Weihnachten ihren zweiten Geburtstag feiert, kann auch schon Aschenbrödel sagen. Und in Norwegen gibt es offenbar auch viele Fans.