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Asylheim in den Startlöchern

Der Kreis will 150 Flüchtlinge in Königsbrück unterbringen. Der Erstbezug verzögert sich aber weiter.

© Quelle: Hellmann Wohnbau

Von Nicole Preuß

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Eine Visualisierung des Königsbrücker Asylheims gibt es bereits. Kinder spielen darauf vor zweigeschossigen, schlichten Gebäuden. Außentreppen führen in die obere Etage. Seit Monaten befasst sich der Stadtrat von Königsbrück mit dem geplanten Heim im Gewerbegebiet. Doch nun ist damit erst einmal Schluss. Denn die Stadtvertreter haben in der vergangenen Woche ihren voraussichtlich letzten Beschluss zum Thema gefasst. Darin sprachen sie sich mehrheitlich mit zwei Nein-Stimmen und einer Enthaltung für den Bauantrag des privaten Wohnheimbetreibers aus.

Die Riesaer Wohnheimbetreibergesellschaft ist damit einen entscheidenden Schritt weiter. Sie will den Komplex für den Landkreis bauen. Denn das Landratsamt braucht dringend Platz für Asylbewerber. 150 Flüchtlinge sollen in der ehemaligen Militärstadt Königsbrück untergebracht werden. Die Asylbewerber werden in dem Gebäude wohnen, das jetzt gebaut wird. Das Haus soll in Leichtbauweise errichtet werden und zwei Geschosse haben. Bisher war immer nur von einer Etage gesprochen worden. Das hat sich nun geändert. Die Stadt Königsbrück verpachtet dem Landkreis für den Bau des Asylheims ein Grundstück mit einer Größe von rund 4 300 Quadratmetern. Zum Vergleich: Ein kleineres Fußballfeld ist in etwa genauso groß. Das Asylheim entsteht direkt am Heideweg in der Nähe der Aral-Tankstelle, eines Gartenfachmarktes und zweier Supermärkte. In unmittelbarer Nachbarschaft haben sich zudem schon vor Jahren mehrere Gewerbebetriebe niedergelassen. Das Landratsamt hat mit dem künftigen Betreiber einen Gesamtvertrag für Bau, Gebäudenutzung und Betreuung geschlossen. 4,7 Millionen Euro wird der Kreis für die vereinbarte Laufzeit von fünf Jahren zahlen.

Formalitäten müssen nich geklärt werden

Ursprünglich sollten die ersten Flüchtlinge bereits im März nach Königsbrück kommen. Dieser Termin ist aber nicht mehr zu halten. Das Landratsamt geht nun von einem Einzugstermin im Sommer aus. Ende Juni werden die ersten Flüchtlinge kommen, schätzt Kreissprecher Gernot Schweitzer ein. Bis dahin will die Wohnheimbetreibergesellschaft Formalitäten klären und das Heim bauen. Das Unternehmen hat in der Region aber noch andere Baustellen. So will die Firma auch das Heim in Pulsnitz einrichten. Dort sollen 200 Asylbewerber wohnen.

Die Königsbrücker bereiten sich auf die Ankunft der Flüchtlinge vor. „Wir werden natürlich ganz eng mit dem Landkreis zusammenarbeiten“, sagt Bürgermeister Heiko Driesnack (CDU). Das Landratsamt habe auch einen Tag der offenen Tür versprochen, wenn das neue Asylheim im Gewerbegebiet fertig ist.

Die Freien Wähler Königsbrück haben zuletzt Sorgen geäußert. Sie fordern eine ständige Präsenz der Polizei und einen funktionierenden Sicherheitsdienst. Außerdem wünschen sie sich, dass die Stadt bei der Belegung des Asylheims ein Wort mitzureden hat. „Jetzt muss erst mal die Baugenehmigung durch“, sagt Heiko Driesnack. Dann sehe man weiter.

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