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Atomforscher im Iran bei Anschlag getötet

Das Außenministerium in Teheran behauptet, dass Israel und die USA in das Attentat verwickelt sind.

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Teheran. Ein iranischer Professor der Atomphysik ist gestern bei einem Bombenanschlag in der Hauptstadt Teheran getötet worden. Nach Medienberichten war der Sprengsatz an einem Motorrad angebracht und detonierte in der Nähe des Hauses des Wissenschaftlers Massud Ali-Mohammadi. Es war zunächst nicht bekannt, ob der getötete Physiker am umstrittenen Atomprogramm seines Landes mitarbeitete.

Widersprüche tauchten im Zusammenhang mit der politischen Orientierung des getöteten Professors auf. Während Ali-Mohammadi von der Staatsanwaltschaft als regierungstreu eingestuft wurde, wurde auf einer oppositionellen Website behauptet, der Physiker sei ein Anhänger von Oppositionsführer Mussawi gewesen.

Ein Sprecher des Teheraner Außenministeriums sagte, es gebe Anzeichen dafür, dass die USA und Israel in den Vorfall verwickelt seien. Die beiden Länder und „deren Agenten“ werden häufiger vom Iran beschuldigt, in Attacken gegen das Land verstrickt zu sein, ohne dass allerdings Beweise für die Anschuldigung vorgelegt würden.

Tatort abgeriegelt

Der Tatort im Norden Teherans wurde zur Spurensuche von der Polizei abgeriegelt. Anwohner berichteten, dass ihnen untersagt worden sei, vor Ende der Untersuchung ihre Häuser zu verlassen. Zunächst wurden keine Festnahmen gemeldet. (dpa)