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Deutschland & Welt

Attacke auf Bürgermeister von Hockenheim

Ein Unbekannter hat den 67-Jährigen vor dessen Wohnungstür niedergeschlagen und schwer verletzt. Die Tat löst eine neue Sicherheits-Debatte aus.

© Karl-Josef Hildenbrand/dpa (Symbolfoto)

Böhl-Iggelheim. Der scheidende Oberbürgermeister von Hockenheim (Baden-Württemberg) ist von einem Unbekannten angegriffen und schwer verletzt worden. Das teilte das Polizeipräsidium Rheinpfalz am Dienstag mit. Der Angreifer habe am Montagabend am Haus des 67-jährigen Dieter Gummer in Böhl-Iggelheim (Rheinland-Pfalz) geklingelt und um ein Gespräch gebeten. Der SPD-Politiker kam laut Polizei nach unten in den Hof seines privaten Anwesens, als der Unbekannte durch das offenstehende Tor auf ihn zuging und ihm unvermittelt mit der Faust ins Gesicht schlug.

Gummer sei gestürzt und mit dem Kopf auf dem Boden aufgeschlagen, hieß es weiter. Er erlitt laut Polizei schwere Verletzungen und wird in einem Krankenhaus behandelt. Der Täter entkam unerkannt zu Fuß. Völlig unklar sei die Motivlage. "Wir ermitteln in alle Richtungen", sagte ein Polizeisprecher. Gummer geht Ende August in den Ruhestand. Er ist seit 2004 Oberbürgermeister von Hockenheim.

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Nach Angaben des Städtetags gab es im vergangenen Jahr mehr als 1200 politisch motivierte Straftaten gegen Amtsträger. In den vergangenen Wochen hatten Angriffe, Drohungen und Beleidigungen gegen Kommunalpolitiker in Deutschland erneut für eine starke Debatte gesorgt. Unter anderem waren Forderungen nach härterer Strafverfolgung laut geworden.

Die Diskussion um die Sicherheit von Kommunalpolitikern war angestoßen worden durch den gewaltsamen Tod des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke, der am 2. Juni vor seinem Haus erschossen worden war. Der Generalbundesanwalt geht von einem rechtsextremen Hintergrund aus. Der 45-jährige Stephan E. hatte die Tat zunächst gestanden, später aber sein Geständnis widerrufen. Auch die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker, der Bürgermeister des sauerländischen Altena und weitere deutsche Politiker haben bereits Morddrohungen erhalten. (dpa) 

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