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Auch im Rödertal ist es für CDU-Mann Vaatz ein enges Rennen

Die AfD räumt kräftig ab. Aber im Wahlkreis insgesamt hat die CDU die Nase knapp vorn.

Von Jens Fritzsche

Radeberg. Dass die AfD bei dieser Bundestagswahl gerade im Raum Dresden erfolgreich sein würde, überrascht nicht. Seit gut zwei Jahren gerät die Region in die Schlagzeilen: durch Pegida-Demonstrationen oder Politikerbeschimpfungen während der offiziellen Feiern zum Tag der deutschen Einheit im vergangenen Oktober. Und überhaupt hatte sich angedeutet, dass die AfD hier offenbar ein breites Wählerpotenzial besitzt.

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Dass es aber auch bei den Direktkandidaten ein so enges Rennen werden würde, damit hatten wohl nur die wenigsten gerechnet. Mit CDU-Mann Arnold Vaatz war ja im Dresden-Rödertal-Wahlkreis ein echtes politisches Schwergericht in den Ring gestiegen – einer, der für die CDU stets hohe Prozentzahlen einfuhr. Und der als Bundestagsabgeordneter auch im Raum Radeberg regelmäßig vor Ort ist, sich einmischt. Einer, der durchaus kantig und bekannt ist.

Doch auch im Rödertal machte ihm AfD-Kandidatin Anka Willms das Leben mehr als schwer. Das deutete sich schon nach den ersten Zwischenergebnissen an. Denn nach vier ausgezählten Radeberger Wahllokalen von insgesamt 16 lag die AfD-Frau drei Prozentpunkte vor Vaatz. Da dürfte sich so mancher die Augen gerieben haben. Nach sechs ausgezählten Wahllokalen hatte der CDU-Mann seine Konkurrentin Willms kurzzeitig überholt. Auch in den Dresdner Wahllokalen des Wahlkreises führte Vaatz zu diesem Zeitpunkt mit drei Prozent. Kurz vor 20.30 Uhr waren als Erste im Rödertal dann die Wachauer Stimmen ausgezählt: Und hier lag Willms vorn; und mit 34,4 Prozent der Zweitstimmen die AfD sogar sieben Prozent von der CDU. Als 21.12 Uhr dann nach Wachau auch die Zahlen aus Arnsdorf und Ottendorf-Okrilla bekannt waren – lagen Vaatz und Willms nach Prozenten gleichauf, der CDU-Mann konnte allerdings mit 3 753 Stimmen auf exakt eine mehr als die AfD-Frau verweisen. Spätestens da ist klar: Es wird bis zum Schluss knapp bleiben; obwohl gegen 22.20 Uhr 215 von allen 224 Wahllokalen im Wahlreis ausgezählt waren und Vaatz insgesamt nach wie vor mit über drei Prozent führte. Radeberg fehlt da noch – zumindest eines der beiden Briefwahllokale. Und so viele Wähler wie lange nicht, nutzten diese Chance. Sie können ein Ergebnis also massiv beeinflussen. Ohne die Briefwähler liegt Willms in Radeberg noch knapp vorn. So wie es aussieht, kann sich Arnold Vaatz also vor allem bei den Dresdner Wählern bedanken, dass es letztlich doch mit seinem Wahlsieg klappte. Allerdings lagen beim Andruck dieser Seite die Endergebnisse noch nicht vor.

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