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Sport

Aues Präsident denkt an Abbruch

Helge Leonhardt plädiert für ein sofortiges Ende. Und er fordert von den Profis die Gründung eines „Corona-Rettungsfonds“.

Der Präsident des FC Erzgebirge Aue, Helge Leonhardt, hat in der Coronakrise eine klare Haltung.
Der Präsident des FC Erzgebirge Aue, Helge Leonhardt, hat in der Coronakrise eine klare Haltung. © Archiv: dpa/Thomas Eisenhuth

Aue. Die Ausbreitung des Coronavirus lässt den Spiel- und Trainingsbetrieb stillstehen, auch beim Fußball-Zweitligisten Erzgebirge Aue. „Ich habe in Abstimmung mit dem Trainerteam den Spielern mitgeteilt, dass zunächst bis Dienstag kein Training stattfindet“, erklärt Aues Präsident Helge Leonhardt. Der Plan sei, dass anschließend aller drei Tage unter Ausschluss der Öffentlichkeit trainiert wird.

„Die Situation kann sich aufgrund der Dynamik allerdings immer wieder ändern. Deshalb werden wir die Lage, die sehr ernst ist, täglich neu bewerten. Wir haben einen unsichtbaren Feind“, betont der 61 Jahre alte Unternehmer.

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Bereits in der vergangenen Woche hatte er angekündigt, Angestellte in Kurzarbeit zu schicken, um den wirtschaftlich Schaden möglichst gering zu halten. Und er hatte Playoffs für den Kampf um die Meisterschaft sowie Relegationen um Auf- und Abstieg angeregt, um die Saison einigermaßen geordnet zu Ende zu bringen. Doch wie gesagt, das war vergangene Woche. 

Mittlerweile kann sich Aues Präsident kaum noch vorstellen, dass in dieser Saison in Deutschland noch einmal Fußball gespielt wird. „Mein Gefühl und meine Erfahrung sagen mir, dass die Saison komplett abgebrochen wird“, äußerte Leonhardt. „Man sollte einheitlich präventiv handeln, sowohl aus sportlicher als auch aus wirtschaftlicher und vor allem aus gesundheitlicher Sicht. Deshalb empfehle ich einen Abbruch der Spielzeiten.“

"Indirekter Notstand" beim FC Erzgebirge

Zugleich rief er zu mehr Demut im Profifußball auf. Die Krise könne auch eine Chance sein: „Es könnten Strukturen geschaffen und Regeln eingeführt werden, damit die überbezahlten europäischen Fußballligen zur Normalität zurückkehren.“ Und er forderte Profi-Fußballer auf, einen „Corona-Rettungsfonds“ zu gründen.

An diesen sollten sich auch Manager und Unternehmer beteiligen. „Wichtig ist, dass unsere Arbeiter, Leute, die in der Pflege Dienst schrubben, Priorität haben. Die Fußballer werden abgefedert. Die sollten Abstriche machen“, sagte Leonhardt am vergangenen Samstag.

Für den FC Erzgebirge müsse er den „indirekten Notstand“ ausrufen, der Fußball sei derzeit zweitrangig. „Wir sind ein großer Steuerzahler im Erzgebirge, ein Wirtschaftsunternehmen. Da hat keine Priorität, ob da elf Leute unten an den Ball latschen. Das ist absolut nachrangig.“ (dpa)

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