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Aue macht ersten Schritt

Ein Unentschieden, das sich wie ein Sieg anfühlt. Das 0:0 des FC Erzgebirge gegen Ingolstadt bedeutet ein Ende des Negativlaufs im Jahr 2018. Doch das Team bleibt weiter in der gefährlichen Zone.

© Sebastian Kahnert/dpa

Von Fabian Held

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Eislöwen bejubeln Heimsieg nach Aufholjagd

Die Dresdner Eislöwen haben das DEL2-Punktspiel gegen die Bietigheim Steelers mit 7:5 gewonnen. Vor 2071 Zuschauern brachte René Kramer (4.) Dresdner Eislöwen in Führung.

Aue. Präsident Helge Leonhardt hatte es auf gewohnt markige Art und Weise verdeutlicht. „Die Gegenwart bestimmt über Krieg und Frieden“, hatte der Präsident des Fußball-Zweitligisten FC Erzgebirge Aue dem TV-Sender Sky noch vor dem Anpfiff gesagt. Nach dem Abpfiff der Partie gegen den FC Ingolstadt herrscht also erstmal Frieden im beschaulichen Lößnitztal.

Am Sonntagnachmittag hatten die Spieler der Auer beim 0:0 „Fußball gekämpft“, wie es Mittelfeldspieler Clemens Fandrich formulierte. Am anschaulichsten war das bei Dennis Kempe zu bestaunen, der mit blutigem Turban vom Spielfeld kam. Schon in der 25. Minute hatte er sich die Verletzung zugezogen, später noch einen zweiten Schlag auf die gleiche Stelle bekommen. Trotzdem biss der kantige Linksverteidiger auf die Zähne und spielte bis zum Ende durch. „Die letzten 20 Minuten lief das Spiel an mir vorbei“, sagte er mit einem schiefen Grinsen.

Für Fußball-Feinschmecker war das Erzgebirgsstadion am Sonntag wahrlich kein guter Anlaufpunkt. Vor allem in der zweiten Halbzeit waren Torchancen quasi nicht vorhanden. Den Sachsen war die Verunsicherung nach zuvor drei Niederlagen in Serie sichtlich anzusehen. „Wir können mit dem 0:0 gut leben“, sagte Trainer Hannes Drews und lieferte die Begründung gleich hinterher: „Weil wir die Tugenden gesehen haben, die wir im Abstiegskampf brauchen“.

Reihenweise lagen die Auer Spieler am Ende auf dem Grün, weil sie sich mit allem, was sie hatten in die wütenden Angriffe des Aufstiegsaspiranten Ingolstadt warfen. „Das war die richtige Reaktion, nach den ersten drei Spielen“, meinte Fandrich im Rückblick auf den verkorksten Start ins Jahr 2018.

Zum ganz großen Wurf reichte es am Ende nicht, da Aue die Konterchancen nicht sauber ausspielte. „Da muss ich als Trainer ansetzen, damit wir einen Lucky Punch setzen, wenn wir die Chance dazu haben“, sagte Drews. Allerdings ergänzte er mit Blick aufs ganze Spiel: „Das wäre zu viel des guten gewesen.“

Vor allem Cebiou Soukou und Calogero Rizzuto, die beide neu in der Startelf standen, hatten immer wieder für Belebung im Offensivpiel gesorgt. Allerdings ging quasi immer der letzte Pass daneben.

So blieb am Ende ein Punkt, der Aue erstmal von den Abstiegsrängen irgendwie fernhält, auch wenn sie weiter bedrohlich nahe sind. „Wir müssen auf dem Teppich bleiben. Das ist ein Erfolg für uns“, sagte Leonhardt: „Ich hoffe, dass das Selbstvertrauen gibt. Und wenn du Selbstvertrauen hast, dann geht auch wieder was nach vorne.“ (dpa)