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„Auf Absatzschuhe muss nicht verzichtet werden“

Das Klinikum Döbeln und die Kreissparkasse laden zum Gesundheitsforum in die Hauptfiliale der Sparkasse ein. Es geht um den Hallux valgus.

© Klinikum

Döbeln. Er ist vielen bekannt, der Hallux valgus, der auch Ballenzeh oder Frostbeule genannt wird. Dabei geht es um die Fehlstellung des großen Zehs. Der Mittelfußknochen wandert mit seinem Köpfchen nach außen, gleichzeitig knickt die Großzehe ab. Oberärztin Alexandra Winter von der Klinik für Orthopädie am Klinikum Döbeln referiert zum Thema „Hallux valgus & Co. – lässt sich eine Operation vermeiden?“. Der DA sprach mit der Oberärztin.

Frau Winter, was sind die Anzeichen eines Hallux valgus?

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Dem Hallux valgus geht immer fast immer ein sogenannter Spreizfuß voraus. Das heißt, der vordere Teil des Fußes verbreitert sich. Die mittleren Zehen können durch die andersartige Belastung schmerzen. Schiebt sich die große Zehe zu den mittleren und bildet gleichzeitig eine Wölbung an der Fußinnenmitte, beginnt ein Hallux valgus. Diese Fußfehlstellung kann dann Schmerzen oder Entzündungen verursachen.

Ist es möglich, dieser Fehlstellung vorzubeugen? Geworben wird oft für Bandagen. Sind diese sinnvoll?

Der Ballenzeh kann vererbt sein. Dann ist eine Vorbeugung kaum möglich. Kräftige Patienten sollten ihr Gewicht reduzieren. Grundsätzlich gilt, dass bequeme Schuhe getragen werden sollen. Das heißt nicht, dass die Frauen auf Absatzschuhe verzichten müssen. Es sollten aber immer Lederschuhe oder dehnbare Schuhe sein, sodass sich keine Druckstellen bilden. Außerdem sollte beim Kauf beachtet werden, dass die Füße tagsüber länger und breiter werden. Einlagen sind auch eine Möglichkeit, um den Fuß zu stabilisieren und ihm mehr Halt zu geben. Diese sollten jedoch vom Arzt verordnet werden, weil sie dann das Sanitätshaus nach Abdruck anfertigt. Die oft angepriesenen Bandagen bringen nicht viel. Solange diese um den Zeh ist, ist dieser gerade. Doch wenn die Bandage abgenommen wird, ist er meistens wieder schief. Oft passt die Bandage nicht in einen Schuh. Die Hilfsmittel dienen in erster Linie dazu, die Schmerzen zu lindern. Sie können einen Hallux valgus nicht rückgängig machen. In manchen Fällen kann durch Physiotherapie der Fuß stabilisiert werden.

Hat sich der Zeh stark verformt, treten dauerhaft Schmerzen auf oder liegt schon eine Arthrose vor, kann nur eine Operation helfen. Auf was müssen sich die Patienten einstellen?

Wir unterscheiden ganz grob zusammengefasst zwischen einer kleinen und einer großen Operation. Bei der kleineren ist im Regelfall die Belastbarkeit sofort gegeben. Hat der Patient gute Knochen, kann er sofort mit einer Art flachem Trekkingschuh auftreten. Nach zwei Wochen ist es durchaus schon möglich, dass die Arbeit aufgenommen werden kann, sofern eine vorrangig sitzende Tätigkeit ausgeführt wird. Ein Problem ist, dass der Fuß dann immer noch geschwollen ist. Diejenigen, die bei der Arbeit stehen, müssen mit fünf bis sechs Wochen rechnen, in denen sie arbeitsunfähig sind. Bei einer großen Operation sind das etwa drei Monate.

Es fragte: Sylvia Jentzsch

Gesundheitsforum am Donnerstag, 26. Juli, um 17 Uhr, in der der Kreissparkasse Döbeln. Der Eintritt ist kostenlos.