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Auf dem Weg zum Lithiumbergwerk

Die Deutsche Lithium GmbH hat eine Bergbauerlaubnis für Zinnwald. Was das für das Osterzgebirge bedeutet.

© Frank Baldauf

Von Franz Herz

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Zinnwald. Bis Ende dieses Jahres laufen in Zinnwald noch die Erkundungsbohrungen nach Lithium. 15 Bohrungen bringt die Deutsche Lithium GmbH hier in die Erde, um noch genauere Informationen über die Rohstoffvorräte zu gewinnen, die unter Zinnwald in der Erde lagern. Aber das Vorhaben ist schon über die Erkundungsphase hinaus gediehen. Das Sächsische Oberbergamt hat der Deutschen Lithium GmbH die Bewilligung für Bergbau in Zinnwald erteilt, wie es informierte.

Der Berater: Wolfgang Schilka kennt die Geologie des Osterzgebirges seit Jahren und arbeitet als Berater für die Deutsche Lithium.
Der Berater: Wolfgang Schilka kennt die Geologie des Osterzgebirges seit Jahren und arbeitet als Berater für die Deutsche Lithium. © Frank Baldauf
Der Geschäftsführer: Armin Müller ist Geschäftsführer der Deutsche Lithium GmbH und treibt das Projekt seit Anfang an voran.
Der Geschäftsführer: Armin Müller ist Geschäftsführer der Deutsche Lithium GmbH und treibt das Projekt seit Anfang an voran. © Frank Baldauf
Der Geologe: Thomas Dittrich betreut als Geologe die Erkundungsbohrungen, die aktuell in Zinnwald laufen.
Der Geologe: Thomas Dittrich betreut als Geologe die Erkundungsbohrungen, die aktuell in Zinnwald laufen. © Frank Baldauf

Parallel laufen jetzt die weitere Erkundung der Lagerstätte und die Vorbereitung für den tatsächlichen Abbau. Dafür hat sich die Deutsche Lithium das Wissen eines einheimischen Fachmanns gesichert. Der Geologe Wolfgang Schilka, der früher unter anderem bei Zinnerz Altenberg und im Kalkwerk Hermsdorf/E. an der Spitze stand, arbeitet als Berater mit. Die Abbautechnik wird ähnlich funktionieren, wie es in Hermsdorf/E. gelaufen ist. Ein schräger Schacht wird in die Erde getrieben, nicht von Zinnwald aus, sondern von einem tiefer gelegenen Standort Richtung Altenberg. In dem Stollen fahren Lkws das Erz aus dem Berg. Unter Tage werden Kammern aus dem Gestein gesprengt. Dazwischen bleiben massive Pfeiler stehen, die dem Berg weiter Stabilität geben. Das Bergwerk in Zinnwald wird erst 60 Meter unter der Erdoberfläche beginnen. „Sie werden also von den Arbeiten unter Tage im Ort gar nichts bemerken. Das war auch in Hermsdorf/E. so“, sagte Schilka in einer Informationsveranstaltung für die Anwohner. Die Aufbereitung soll dann in zwei Stufen erfolgen. Die Erste soll ganz in der Nähe aufgebaut werden, im Europark in Altenberg unterhalb des Arno-Lippmann-Schachts. Dort wird mit Brechern das Erz zerkleinert, erst auf einen Durchmesser von einem Zentimeter, dann in einer Mühle auf eine Größe von einem Millimeter. Schließlich trennen Magnete das taube Gestein von den lithiumhaltigen Körnern. Danach geht das Material in die nächste Stufe, die chemische Aufbereitung. Die wird nicht mehr in Altenberg stattfinden. Schwarzheide ist dafür eine Möglichkeit. „Dort sind die erforderlichen Einrichtungen alle vorhanden“, sagt Geschäftsführer Armin Müller. In dieser Aufbereitungsstufe wird die Verbindung hergestellt, welche die Deutsche Lithium an ihre Abnehmer verkaufen kann.

Der Zeitplan für das Vorhaben sieht vor, dass die Analysen der Bohrergebnisse weiterlaufen und bis März 2019 die Planung für das Bergwerk ausgearbeitet wird. Diese muss dann vom Oberbergamt genehmigt werden. Bis Sommer 2021 soll das Bergwerk errichtet werden und zugleich die Aufbereitungsanlage. Dann könnte der Lithiumabbau mit Bergwerk und Aufbereitung insgesamt rund 250 Mitarbeiter beschäftigen. Davon profitiert auch die Stadt Altenberg mit Steuereinnahmen. Die Bergbauregion Osterzgebirge wird touristisch aufgewertet, wenn hier wieder Bergbau stattfindet, erwartet zudem Müller.

Zinnwald ist eine bedeutende Lagerstätte für Lithium. Ein lithiumhaltiges Mineral namens Zinnwaldit wurde sogar nach dem Ort benannt. Der Vorrat hier wird auf über 80 000 Tonnen geschätzt. Es wäre möglich, im Jahr 15 000 Tonnen abzubauen. Das wäre rund ein Zehntel der Weltproduktion von Lithium, die bei 150 000 Tonnen liegt. Die Deutsche Lithium GmbH ist aus der Solarworld Solicium hervorgegangen, einem Teil des Solarworld-Konzerns. Der verfolgte seit 2011 den Plan, in Zinnwald Lithium zu gewinnen. Anfang dieses Jahres hat er sich dazu mit dem Unternehmen Bacanora Minerals aus Calgary in Kanada zusammengetan. Die Solicium GmbH wurde in Deutsche Lithium GmbH umbenannt. Beide Unternehmen halten derzeit jeweils 50 Prozent der Anteile. Die Kanadier halten die Option, alle Anteile zu übernehmen. Geschäftsführer blieb Armin Müller neben Peter Secker, der von Bacanora kam.