Teilen:

Auf dem Weg zum Naturhotel

© Egbert Kamprath

Der Gasthof Bärenfels hat ausgebaut. Drei Bereiche sind neu, ein vierter ist noch in Planung.

Von Franz Herz

Altenberg. Jahrelang haben Katrin Kusch und ihr Lebenspartner Jan Kempe überlegt, wie sie den Gasthof Bärenfels weiter entwickeln können in Richtung Naturhotel. Sie haben ihre Gäste gefragt, Fortbildungen gemacht, Geräte ausprobiert. Den ersten Teil des Ergebnisses haben sie nun am Freitag feierlich eröffnet. Es ist ein Spa-Bereich im ersten Stock entstanden, eine neue Rezeption mit einem Laden für einheimische Produkte und eine interaktive Informationstafel für Gäste in Bärenfels. Das ist insgesamt eine Investition von rund 120 000 Euro. Aber dabei soll es nicht bleiben. Ein zweiter Bauabschnitt ist noch geplant. Katrin Kusch und Jan Kempe erklären, was sie bisher erreicht haben.

Eine interaktive Tafel am Eingang gibt dem Touristen im Gasthof Bärenfels Informationen zu den Angeboten der Region sowie des Gasthofs, zum Wetter oder zu Busfahrplänen. © Egbert Kamprath

Wer das Haus betritt, guckt direkt auf einen großen Bildschirm, die neue Touristeninformation in Bärenfels. Sie wendet sich an die Besucher des Gasthofs, aber auch an alle anderen, die in Bärenfels unterwegs sind und beispielsweise wissen wollen, was dort geboten ist, wie das Wetter wird, was im Gasthof auf der Speisekarte steht oder wann der nächste Bus in Richtung Dresden fährt. Diese Zeiten werden direkt vom Regionalverkehr aus Dresden übernommen, berichtet Jan Kempe. Die Infotafel wird sich auch laufend ändern. Zum einen will Kempe sie noch mit mehr Inhalten füllen, welche die Besucher abrufen können, zum anderen wird sie dauernd angepasst, wenn beispielsweise Öffnungszeiten sich ändern.

Direkt daneben führt eine besondere Holztür in den Raum mit der Rezeption und Vitrinen an den Wänden. Hier haben die Hoteliers einen Erzgebirgsladen mit einheimischen Produkten eingerichtet. „Die Lieferantin mit dem weitesten Weg kommt aus Struppen“, erzählt Kempe. Hier finden sich Souvenirs aus Keramik, Holz und Bienenwachs, Honig und andere Lebensmittel von regionalen Produzenten. Jan Kempe packt gerade eine große handgeschnitzte Pyramide vom Schmiedeberger Holzbildhauer Günter Weichelt aus.

Die Tür zu dem neuen Laden sieht aus wie eine schlichte Holztür. Aber die würde bei den heutigen Brandschutzanforderungen durchfallen. Es ist eine Metallkonstruktion mit Holz verkleidet und einem speziellen feuerhemmenden Gel in den Glasscheiben. Das hatte Kempe so nicht eingeplant, auch nicht, dass die Tür jetzt 10 000 Euro kostet anstatt den kalkulierten 3 000 Euro. Doch die Sicherheit ist ihm das wert.

Er öffnet die Tür und geht die Treppe hoch in die erste Etage. Hier hat seine Partnerin Katrin Kusch ihr Arbeitsfeld, den neuen Wellnessbereich. Er besteht aus zwei Räumen, einer mit einer aufwendigen Massageliege und der zweite Raum mit einem Sessel, bei dem man die Beine hochlegen kann für die Fußpflege. „Das hat unsere Umfrage unter den Gästen ergeben. Sie wollten gerne auch etwas für die Füße“, erzählt Katrin Kusch. Nach einer ausgiebigen Wanderung oder einer anstrengenden Skitour passt eine Fußbehandlung auch genau.

An der Wand hängt eine Reihe von Zertifikaten, die von Katrin Kuschs Fortbildungen für Ayurveda-Massagen, ganzheitliche Körperpflege, Energiemassagen und andere Bereiche des Wohlergehens zeugen. Von Beruf ist sie eigentlich Betriebswirtin, aber seit sie Jan Kempe kennengelernt hat, hat sie sich in die Richtung Kosmetik und Wellness orientiert. „Das ist der Beruf, den ich eigentlich schon immer machen wollte“, sagt sie.

Gläser mit Kräutern, die Kusch von Bombastus aus Freital geliefert bekommt oder selbst anbaut, stehen in einem Regal. Geräte zur Entspannung und zur Pflege des Wohlbefindens stehen am Rand. Lichtbehandlung, Kräuterstempel, Massage, vieles ist hier jetzt möglich. Die Angebote stehen in erster Linie den Hausgästen zur Verfügung, aber auch Gäste von außerhalb können Termine bekommen.

Möglich war diese Investition auch dank der Unterstützung aus dem EU-Fonds für den ländlichen Raum, Leader. Auf diese Förderung hoffen Kusch und Kempe auch beim geplanten zweiten Bauabschnitt. 2019 oder 2020 wollen sie eine Sauna einbauen, um den Gästen noch mehr Entspannung zu bieten. Aber sie wollen den Wellness-Bereich Schritt für Schritt ausbauen, auch um zu beobachten, wie die Angebote bei den Gästen ankommen.

Wobei sie mit der Auslastung ihrer Betten zufrieden sind. Beispielsweise sind sie für den Schulanfang im kommenden August jetzt schon komplett ausgebucht. Das größere Problem als Gäste zu finden ist in der Gastronomie, Personal zu bekommen. „Hier haben wir zum Glück einen Stamm guter Mitarbeiter“, sagt Kempe.