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Mein Meißen

Auf dem Weg zur digitalen Verwaltung

Die Hochschule Meißen bezieht elf Hörsäle im ICM – hier wird viel investiert und künftig nach modernsten Maßstäben ausgebildet.

© PR: Claudia Hübschmann

Meißen. Bis 2030, also in elf Jahren, geht jeder zweite Mitarbeiter in den Verwaltungen der Städte und Gemeinden in Sachsen und des Freistaates in den Ruhestand – insgesamt 80.000 Menschen. Allerdings basieren diese Zahlen auf der wohl unwahrscheinlichen Annahme, dass alle diese Mitarbeiter brav bis 66 arbeiten gehen. Der Trend ist aber ein anderer: Viele Mitarbeiter wollen eher aufhören, in den Vorruhestand gehen.

Um einen Zusammenbruch großer Teile der Verwaltung zu verhindern, hat die sächsische Staatsregierung eine Ausbildungsoffensive beschlossen. Ein wichtiger Teil ist die Meißner Hochschule für Verwaltung. Sie hat mehr Personal bekommen, insgesamt 29 neue Lehrkräfte, davon allein 22 in diesem Jahr, wie Rektor Professor Frank Nolden am Mittwoch vor der Presse im Innovations Centrum Meißen (ICM) erklärte. Hier hat der Freistaat Räume mit einer Gesamtfläche von 1.765 Quadratmetern angemietet, die seit Januar für die Bedürfnisse der Hochschule umgebaut worden sind.

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Entstanden sind so im ICM insgesamt elf Lehrsäle mit einer mittleren Kapazität von etwa 25 Studierenden je Raum, drei Kleingruppenräume für jeweils 15 Studierende. Hinzu kommen fünf Dozentenvorbereitungsbüros und ein Büro für das Studentensekretariat. Das alles hat sich das ICM rund 450.000 Euro kosten lassen. Das Geld soll über die Miete wieder eingespielt werden.

Für die Ausstattung der Räume im ICM hat der Freistaat Sachsen noch einmal 355.000 Euro bereitgestellt. Damit wurden die Lehrsäle neu möbliert. Sowohl die 140 studentischen Arbeitstische als auch die an die Mediensteuerung angepassten 15 Dozentenarbeitstische wurden nach Vorgaben der Meißner Hochschule in der Tischlerei der JVA Bautzen speziell gefertigt. Das Gros der Mittel aber, nämlich 210.000 Euro, ist in digitale Medientechnik und deren Peripherie geflossen.

Die wurde in Form zweier riesiger Bildschirme vorgeführt. Allein die interaktive Tafel weist ein 86-Zoll-Display auf, sie ist knapp zwei Meter lang und gut einen Meter hoch. Der Dozent kann sie mit seinem Laptop ansteuern oder Daten von einem USB-Stick hochladen. Er hat eine Dokumentenkamera zu Verfügung und kann so Gedrucktes oder Geschriebenes auf die Tafel holen und er kann natürlich auch auf der Tafel schreiben, allerdings nicht mehr mit Kreide, sondern mit einem speziellen Stift.

„Das ist keine Spinnerei, sondern eine dringend notwendige Arbeitsunterstützung“, erklärte Rektor Nolden. Er wies darauf hin, dass die Außenstelle der Verwaltungshochschule im ICM nunmehr einer der modernsten Ausbildungsorte in Sachsen ist. Hier sollen künftig Fachleute für digitale Verwaltung ausgebildet werden. Also Mitarbeiter, die ihren Arbeitgeber darin beraten können, welche digitale Technik er anschaffen sollte, Die aber auch Fortbildung von Verwaltungsmitarbeitern am Arbeitsplatz organisieren können.

Am kommenden Montag beginnt der Studienbetrieb für 243 Studenten der Hochschule Meißen im ICM. Die Hochschule hat die Räume im Triebischtal erst einmal für fünf Jahre gemietet, mit einer Option auf weitere zwei Jahre. Rektor Nolden ließ jedoch keinen Zweifel daran, dass das ICM ein Interim ist, dass am Sitz der Schule in Cölln dringend ein Erweiterungsbau kommen muss. Allerdings seien noch keine Mittel für die Bauplanung bewilligt worden. Wenn das zügig geschehe, dann könnten 2021 die Bagger rollen.

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