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Auf der Jagd

Roger Federer hat immer noch große Ziele. Die Nummer eins der Tenniswelt ist das nächste.

© dpa/David Crosling

Von Cai-Simon Preuten

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Eislöwen feiern Derbysieg in Weißwasser

Die Dresdner Eislöwen haben das Sachsenderby bei den Lausitzer Füchsen mit 6:5 (0:2; 3:2; 3:1) gewonnen.

Der letzte Ausflug vor der Heimreise führte Roger Federer in den Park. Vor der Kulisse des Government House in Melbourne, nach nur wenigen Stunden Schlaf, präsentierte er sich und seinen treuen Begleiter Norman auf der grünen Wiese ein letztes Mal der Weltpresse. „Ich bin noch immer ein bisschen verwirrt, dass jetzt alles vorbei ist und ich es geschafft habe“, sagte er am Tag nach dem triumphalen Schlussakt der Australian Open.

In seinem dicht getakteten Zeitplan war nur wenig Platz, um das Geschehene zu verarbeiten. Bis tief in die Nacht stand der Tennisprofi Rede und Antwort, trank nebenbei ein Glas Champagner und erklärte immer wieder geduldig, wie er im Fünfsatzkrimi gegen den Kroaten Marin Cilic die Nerven bewahrte und so seine Sammlung auf 20 Grand-Slam-Pokale erweiterte.

Der Norman Brookes Challenge Cup findet seinen Platz im Titelkabinett des Schweizers, das dadurch aber immer noch nicht vollständig ist. Er findet weiter Gründe, um sich für die Zukunft zu motivieren. „Das Alter ist kein Thema, es ist nur eine Zahl.“ Der 36-Jährige trat all den Skeptikern entgegen, die ihn nach dem nächsten Titel bereits bald im Ruhestand wähnten.

„Ich habe drei Trophäen in den vergangenen zwölf Monaten gewonnen und kann es kaum glauben. Ich muss meinen Turnierplan weiter gut steuern und hungrig bleiben. Dann können gute Dinge entstehen.“ Er habe „keine Ahnung“, wie lange er das Tempo auf der Tour noch bestimmt, aber einen Plan, wie er das Ende möglichst lange hinauszögert: „Ich muss weit im Voraus entscheiden, was meine Ziele und Prioritäten sind.“ Die nächste Entscheidung steht bereits in Kürze an. Der Traum von einer weiteren Woche auf Platz eins der Weltrangliste treibt ihn an. Zuletzt stand der Rekordhalter im Oktober 2012 ganz oben. Bis auf 155 Punkte rückte Federer an Rafael Nadal heran und könnte ihn an der Spitze ablösen, falls der Spanier seine Hüftblessur bis zum Turnier ab 26. Februar im mexikanischen Acapulco nicht rechtzeitig auskuriert. Zur gleichen Zeit könnte Federer seine Chancen mit einem Start beim Turnier in Dubai erhöhen.

Ins Risiko geht er für eine weitere Woche an der Spitze, es wäre die 303. seiner einzigartigen Karriere, aber nicht. Das lässt auch seine Familie nicht zu. Seine Frau Mirka mache das alles erst möglich, sagte Federer bei einem seiner letzten Pflichttermine in Melbourne: „Ohne ihre Unterstützung würde ich seit vielen Jahren nicht mehr spielen.“ Ihr und den vier Kindern schuldet er nach der wochenlangen Reise durch Australien mit dem emotionalen Höhepunkt am Sonntagabend einige Tage zum Durchschnaufen in der Heimat. (sid)