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Auf die Puste kommt es an

Der Posaunenchor Lorenzkirch wird 60 Jahre alt. Das hätte auch ganz anders kommen können.

© Klaus-Dieter Brühl

Von Christoph Scharf

Zeithain. Mit einem musikalischen Geistlichen fing alles an. 1957 hatte der damalige Lorenzkircher Pfarrer Klaus Hartmann ein Flügelhorn mitgebracht. Und zwei Zehnjährige versuchten, dem Instrument Töne zu entlocken. Offenbar nicht ganz ohne Erfolg – denn der Pfarrer kaufte im Anschluss gleich fünf Instrumente: drei Flügelhörner, ein Tenor- und ein Basshorn. Ein Jahr später wurde der Posaunenchor Lorenzkirch gegründet. Die Rechnung für die fünf Hörner liegt noch heute im Pfarrhaus..

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Und einer der beiden damaligen Schüler ist auch heute noch dabei: Gert Vieweger, den viele als früheren Betriebsratsvorsitzenden im Stahlwerk kennen. „Zu uns zweien kamen bald noch drei Jugendliche dazu“, erinnert sich der 71-Jährige. Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre hatten viele im Dorf ein Instrument zu Hause. „Zwei meiner Brüder waren auch dabei. Und damals lebten viele Kinder hier“, sagt Gerd Mehlig, mit 53 Jahren heute das jüngste Chormitglied. „Ich habe 1975 als Elfjähriger hier angefangen: Damals waren wir als Clique mit zehn Mann dabei.“ Seinerzeit war der Lorenzkircher Pfarrer Friedbert Hänsel Leiter des Posaunenchors, er hatte ihn von seinem Vorgänger übernommen.

1977 kam der nächste Pfarrerwechsel – und nun übernahm Gert Vieweger selbst die Leitung des Posaunenchors, die der pensionierte Forschungsingenieur auch gut 40 Jahre später noch innehat. Ohne ihn würde es den Chor nicht mehr geben, sagen seine Mitstreiter. „Ohne die Unterstützung durch Bläser aus Riesa und Jahnishausen ginge es auch nicht“, erwidert er. Und verweist darauf, dass auch die Frauen der Bläser die Leidenschaft für den Posaunenchor, die wöchentlichen Proben und die Auftritte mittragen. Zu hören sind die Lorenzkircher in Festgottesdiensten, beim Lorenzmarkt, auf Weihnachtsmärkten und bei Familienfeiern.

Am Sonntag wird gefeiert

Am 3. Juni feiert der Posaunenchor Lorenzkirch das 60-jährige Bestehen.

10 Uhr: festlicher Bläsergottesdienst in der St. Laurentiuskirche Lorenzkirch – mit Kindergottesdienst.

Anschließend Mittagessen im Festzelt auf dem Pfarrhof.

13 Uhr: Film „Begegnung an der Elbe“ im Pfarrhaus

14 Uhr: Mittagsmusik zum Lauschen und Mitsingen auf dem Pfarrhof

15 Uhr: Lorenzkircher Kaffeestube im Festzelt.

Am Nachmittag gibt es parallel zu den Veranstaltungen für Erwachsene ein Angebot für Kinder.

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Die größten Auftritte hatte der Chor bei Posaunenfesten wie in Leipzig, wo 5 000 Bläser dabei waren. Auch an einen Auftritt mit mehr als 1 000 Bläsern in der Frauenkirche – kurz nach deren Neueinweihung – denken die Lorenzkircher bewegt zurück. Die Leidenschaft würden sie gern mit mehr Mitstreitern teilen: Aber es mangelt an Nachwuchs. Dabei bietet der Posaunenchor eine solide musikalische Ausbildung an – kostenfrei. „Das gilt nicht nur für Kinder: Mancher hat bei uns erst mit über 50 angefangen“, sagt Gert Vieweger. Die Älteren haben auch einen Vorteil: Sie ziehen nicht so schnell weg vom Dorf. Schließlich soll das 60-jährige Jubiläum des Posaunenchors nicht das letzte sein. Gefeiert wird am 3. Juni. Dann werden 50 Bläser in Lorenzkirch erwartet.