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Auf ein Neues im Winzerhof Golk

Die Traditionsgaststätte öffnet mit neuem Betreiber und Altbewährtem. Kulinarisch müssen sich die Stammgäste jedoch umstellen.

© Claudia Hübschmann

Von Jürgen Müller

Diera-Zehren. Jetzt geht’s los. Am heutigen Freitag öffnet der Winzerhof in Golk wieder. Ab 11.30 Uhr werden die Gäste erwartet, und das künftig immer mittwochs bis sonntags. Montag und Dienstag ist Ruhetag. Ob und vor allem mit welchem Betreiber der Winzerhof wieder öffnet, war lange unklar, nachdem der vorherige Pächter zum Ende vorigen Jahres den Vertrag gekündigt hatte.

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Uwe Riße erwarb 2011 den Weinberg, nebst baulicher Anlagen wie dem Restaurant Winzerhof Golk. © Claudia Hübschmann

Eigentümer Uwe Riße gründete kurzerhand mit Alexander Frick und Christian Seibold eine Betreibergesellschaft, eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts. „Ziel ist es, dass ich mich zum gegebenen Zeitpunkt aus der Betreibergesellschaft zurückziehe und diese dann einen Pachtvertrag abschließt“, sagt der Klipphausener Unternehmer. Riße verpachtet weitere Gaststätten, wie die Bartmühle in Garsebach oder den „Goldenen Ring“ in Meißen. „Ich bin in Garsebach mit Wein groß geworden. Mein Herz schlägt für den Herrenberg und den Winzerhof“, sagt der Bauunternehmer.

Der „Golker Herrenberg“ war Bestandteil der Großlage Schloßweinberg Meißen. Die erste urkundliche Erwähnung ist auf das Jahr 1730 zurückzuführen. Seitdem ist der rund zwei Hektar große Weinberg aufgerebt und wurde durch viele Winzergenerationen entwickelt. Der Winzerhof Golk selbst entstand 1935 nachweislich als Weinprobierstube auf dem Herrenberg. Uwe Riße erwarb 2011 den Weinberg, nebst baulicher Anlagen wie dem Restaurant Winzerhof Golk.

Schon bisher war der Winzerhof ein Geheimtipp, der sich allerdings so schnell herumgesprochen hatte, dass zumindest an den Wochenenden ohne Anmeldung kein freier Platz zu finden war. „Noch wissen wir nicht, wie die Gäste auf unser neues Angebot reagieren, aber ich gehe davon aus, dass der Zuspruch ebenso groß ist“, sagt Riße. Er setzt auf Bewährtes. So wird es sonntags stets ab 11 Uhr Brunch geben. „Wir halten nicht nur an Bewährtem fest, sondern schaffen auch Neues. So wollen wir noch mehr Augenmerk auf Familien setzen“, sagt Alexander Frick. Kinder können sich weit weg von einer Hauptstraße auf einem Spielplatz tummeln.

Das gesamte Gelände samt Weinberg kann genutzt und besichtigt werden. „Wir wollen unseren Gästen den mehr als 300 Jahre alten Weinberg, das Erlebnis Wein und die Meißner Landschaft näher bringen“, so Uwe Riße. Das Restaurant soll auch im Winter geöffnet haben. „Natürlich wissen wir, dass wir dann kaum Geld verdienen können. Diese Zeit müssen und können wir durchstehen. Und wir wollen sie auch nutzen, um Leute anzulocken, die im Sommer wiederkommen“, so der Unternehmer.

Bisherige Stammgäste müssen sich allerdings kulinarisch umstellen. Ungarische Küche wie vom Vorgänger gibt es nicht mehr. Dagegen setzt der Winzerhof jetzt auf deutsche regionale Küche, Speisen und Getränke. Dazu gehören zum Beispiel Schweineschnitzel oder Krustenbraten vom Meißner Landschwein, hausgebeizter Wildschweinsauerbraten oder auch sächsische Quarkkäulchen.

„Wir sind kein Vier-Sterne-Restaurant, setzen aber auf gehobene Gastronomie“, sagt Christian Seibold. Die Preise bewegen sich im mittleren Segment. „Wir setzen auf regionale Qualität und hochwertige Grundstoffe und wollen unsere Mitarbeiter zeitgemäß vergüten“, so Alexander Frick.

Einschließlich der drei Gesellschafter sind im Winzerhof sieben Leute fest angestellt. Ab Mai soll noch eine Mitarbeiterin dazukommen. Für den Sommer werden noch Pauschalkräfte gesucht. „Ob wir weiter Personal aufstocken, wird vor allem davon abhängen, wie das Geschäft läuft“, so Frick.

Auch für Events jeder Art, Familienfeiern, öffentliche Veranstaltungen, Vereinsfeste steht das Haus offen. Es wurden schon mehrere Hochzeiten gebucht. Die Gäste können dann ihr müdes Haupt gleich vor Ort betten. In der angeschlossenen Pension gibt es acht Appartements mit insgesamt 20 Betten.

Selbstverständlich wird auch Wein vom Herrenberg ausgeschenkt, aber auch Rebensaft von den Weingütern Schuh aus Sörnewitz, Ulrich aus Diesbar-Seußlitz und Gessner aus Franken. Und auch wenn Hobbywinzer Uwe Riße natürlich Weintrinker ist, darf Bier nicht fehlen. Es kommt unter anderem aus der Meißner Schwerter-Brauerei.

Insgesamt gibt es im Winzerhof etwa 130 Plätze, dazu 20 weitere auf der Terrasse. Der beste Platz zum Genießen des Weines und der Landschaft bietet sich freilich im Wintergarten. Der ist nicht nur beheizbar, sondern verfügt auch über eine Klimaanlage. Am Haus stehen etwa 100 Parkplätze zur Verfügung, unterhalb des Weinberges weitere 50. Der Winzerhof in Golk ist auch gut mit dem Bus zu erreichen.

Am Mittwoch und Donnerstag ratterten noch Kreissägen und andere Maschinen auf dem Herrenberg, erledigten die Handwerker letzte Arbeiten. Aber heute geht es los mit dem Gaststättenbetrieb. Auf ein Neues im Winzerhof Golk!

Winzerhof Golk, Zum Forsthaus 7, 01665 Diera-Zehren, geöffnet mittwochs und donnerstags von 11.30 bis 21 Uhr, freitags und sonnabends von 11.30 bis 22 Uhr und sonntags von 11 bis 22 Uhr. Telefon: 0157 51323296.