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Auf Empfehlung vom Generalkonsulat durch die USA

Zittaus Oberbürgermeister Thomas Zenker ist kürzlich auf Einladung der US-amerikanischen Regierung drei Wochen in den USA unterwegs gewesen. Über seine Erlebnisse und Eindrücke dieser Reise hat der OB live auf seiner Facebook- Seite berichtet. Die SZ veröffentlicht kurze Auszüge aus diesen Berichten und zeigt Bilder der Stationen.

© www.foto-sampedro.de

Von Thomas Zenker

Sehr zu meiner Überraschung hat mich das US State Department für eine Informationsreise unter dem Titel „Small Towns in a Globalized World“ vorgeschlagen. Die Empfehlung kam vom Generalkonsulat in Leipzig, mit dem die Stadt Zittau schon länger zusammenarbeitet. Kleine Städte der westlichen Welt erleben derzeit den demografischen Wandel, die Globalisierung und den Drang vieler, vor allem junger Menschen in die Metropolen als Bedrohung. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass die amerikanischen Diplomaten mir die Reise ganz nach meinen inhaltlichen Wünschen zusammengestellt haben. So konnte ich viele Bürgermeister, Stadtentwickler, Wirtschaftsförderer, Nationalparkverwalter und Freiwilligenorganisationen und Stiftungen kennenlernen.

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Das hat der Zittauer OB in den USA erlebt

Washington DC: Zittaus OB Thomas Zenker beim US-Umweltministerium in Washington, mit Melissa Kramer, Spezialistin für Städte im Strukturwandel.  Ich bin sehr dankbar, mit welcher Mühe und welchem Aufwand die amerikanische Botschaft, verschiedene Freiwilligenorganisationen und Verwaltungen und vor allem viele Menschen mir einen wortwörtlich vollgepackten Aufenthalt ermöglichen. Da war der intensive Workshop über den amerikanischen Föderalismus, wo ich noch einmal eine völlig neue Sicht auf die Vor- und Nachteile unserer jeweiligen nationalen Modelle vermittelt bekam. Da war ein Treffen mit der American Planning Organisation zu Stadtentwicklung und -planung, das nahtlos an eine Beratung mit dem Umweltministerium anschloss. Die Tour durchs Capitol, während beide Kammern des Hauses tagten, machte ein bestinformierter Tourguide zum Erlebnis. Und die Denkmale, Museen und Ausstellungen, für die aber leider zu wenig Zeit war.
Washington DC: Zittaus OB Thomas Zenker beim US-Umweltministerium in Washington, mit Melissa Kramer, Spezialistin für Städte im Strukturwandel. Ich bin sehr dankbar, mit welcher Mühe und welchem Aufwand die amerikanische Botschaft, verschiedene Freiwilligenorganisationen und Verwaltungen und vor allem viele Menschen mir einen wortwörtlich vollgepackten Aufenthalt ermöglichen. Da war der intensive Workshop über den amerikanischen Föderalismus, wo ich noch einmal eine völlig neue Sicht auf die Vor- und Nachteile unserer jeweiligen nationalen Modelle vermittelt bekam. Da war ein Treffen mit der American Planning Organisation zu Stadtentwicklung und -planung, das nahtlos an eine Beratung mit dem Umweltministerium anschloss. Die Tour durchs Capitol, während beide Kammern des Hauses tagten, machte ein bestinformierter Tourguide zum Erlebnis. Und die Denkmale, Museen und Ausstellungen, für die aber leider zu wenig Zeit war.
Helena und Bozeman, Montana: In der Stadt Bozeman führte Thomas Zenker unter anderem ein Gespräch mit der Innenstadtentwicklerin der Stadtverwaltung. Montana, ein Staat an der kanadischen Grenze, der auf den ersten Blick fast alle Hollywoodklischees erfüllt. Auf der anderen Seite waren die Altstädte von Helena (Montana) und Bozeman, Montana, erkennbar vom Geist beseelt, etwas anderes zu versuchen, den Shoppingmalls auf der grünen Wiese ein Flair der Innenstadt mit Galerien, Antiquitäten, Schmuck- und Blumenläden, Boutiquen, Selbstmach- und Bastelshops, Bars, Cafés und Restaurants entgegenzusetzen. Für mich war es beeindruckend, mit wie viel Energie lokale Organisationen an der Belebung dranbleiben, mit städtischer, staatlicher, aber vor allem privater Unterstützung kleine Firmen und gemeinsame Events fördern. Eines der wichtigsten Themen bei allen Gesprächen: Wie viel Wettbewerb, wie viel Wachstum gefährdet das Montana-Lebensgefühl?
Helena und Bozeman, Montana: In der Stadt Bozeman führte Thomas Zenker unter anderem ein Gespräch mit der Innenstadtentwicklerin der Stadtverwaltung. Montana, ein Staat an der kanadischen Grenze, der auf den ersten Blick fast alle Hollywoodklischees erfüllt. Auf der anderen Seite waren die Altstädte von Helena (Montana) und Bozeman, Montana, erkennbar vom Geist beseelt, etwas anderes zu versuchen, den Shoppingmalls auf der grünen Wiese ein Flair der Innenstadt mit Galerien, Antiquitäten, Schmuck- und Blumenläden, Boutiquen, Selbstmach- und Bastelshops, Bars, Cafés und Restaurants entgegenzusetzen. Für mich war es beeindruckend, mit wie viel Energie lokale Organisationen an der Belebung dranbleiben, mit städtischer, staatlicher, aber vor allem privater Unterstützung kleine Firmen und gemeinsame Events fördern. Eines der wichtigsten Themen bei allen Gesprächen: Wie viel Wettbewerb, wie viel Wachstum gefährdet das Montana-Lebensgefühl?
Cincinnati und Portsmouth, Ohio: In Zittaus Partnerstadt Portsmouth kam OB Zenker bei einem Straßenfest mit Bürgern der Sister-City zusammen. Eine Führung durch das ehemals heruntergekommene Arbeiterviertel „Over-the-Rhine“ in Cincinnati zeigte die Entwicklung in ein sehr urbanes Künstler-, Kneipen- und wieder beliebtes Wohnviertel, war – für die, die es sich leisten können – in Deutschland unter dem Begriff der Gentrifizierung ein hart diskutiertes Phänomen der Großstädte. In der Stadt wird viel Wert auf die internationale Zusammenarbeit gelegt, jede Partnerschaft hat ihr eigenes Thema. In Zittaus Partnerstadt Portsmouth bekam ich von Polizeichef Robert Ware persönlich eine Stadtführung. Ich war zum ersten Mal in unserer Sister-City und erstaunt, wie viel Gemeinsamkeiten wir haben, wie viel die Leute hier auch mit der eigenen Entwicklung zu kämpfen haben. Aber auch hier, im ländlichen Ohio, tut sich was, wird versucht, organisiert und nicht aufgegeben.
Cincinnati und Portsmouth, Ohio: In Zittaus Partnerstadt Portsmouth kam OB Zenker bei einem Straßenfest mit Bürgern der Sister-City zusammen. Eine Führung durch das ehemals heruntergekommene Arbeiterviertel „Over-the-Rhine“ in Cincinnati zeigte die Entwicklung in ein sehr urbanes Künstler-, Kneipen- und wieder beliebtes Wohnviertel, war – für die, die es sich leisten können – in Deutschland unter dem Begriff der Gentrifizierung ein hart diskutiertes Phänomen der Großstädte. In der Stadt wird viel Wert auf die internationale Zusammenarbeit gelegt, jede Partnerschaft hat ihr eigenes Thema. In Zittaus Partnerstadt Portsmouth bekam ich von Polizeichef Robert Ware persönlich eine Stadtführung. Ich war zum ersten Mal in unserer Sister-City und erstaunt, wie viel Gemeinsamkeiten wir haben, wie viel die Leute hier auch mit der eigenen Entwicklung zu kämpfen haben. Aber auch hier, im ländlichen Ohio, tut sich was, wird versucht, organisiert und nicht aufgegeben.
Burlington, Vermont: In Burlington traf Thomas Zenker seinen Amtskollegen Bürgermeister Miro Weinberger. Immer an Zenkers Seite: Liaison Officer Margot Fox. In Burlington haben es Verwaltung und Politik geschafft, den Nachhaltigkeitsgedanken so stark bei Bevölkerung und Wirtschaft zu implementieren, dass trotz rasanter Entwicklung und entsprechender Nutzung der gesamten IT-Branche fast sechs Prozent weniger Energie verbraucht wird als zu Beginn der 1990er. Auf meiner Wunschthemenliste stand auch das Thema Nachhaltigkeit, dadurch bin ich in diese Vorzeigestadt gekommen. Selten habe ich so viel Bindung von Einwohnern zur eigenen Stadt erlebt – alle scheinen hobbymäßig als Botschafter unterwegs zu sein. Der sehr US-amerikanische Geist der ehrenamtlichen Arbeit ist hier an allen Ecken besonders deutlich, zahlreiche Nichtregierungsorganisationen prägen das, was in der Stadt passiert, die Verwaltung arbeitet in sehr vielen Non-Profit-Projekten mit.
Burlington, Vermont: In Burlington traf Thomas Zenker seinen Amtskollegen Bürgermeister Miro Weinberger. Immer an Zenkers Seite: Liaison Officer Margot Fox. In Burlington haben es Verwaltung und Politik geschafft, den Nachhaltigkeitsgedanken so stark bei Bevölkerung und Wirtschaft zu implementieren, dass trotz rasanter Entwicklung und entsprechender Nutzung der gesamten IT-Branche fast sechs Prozent weniger Energie verbraucht wird als zu Beginn der 1990er. Auf meiner Wunschthemenliste stand auch das Thema Nachhaltigkeit, dadurch bin ich in diese Vorzeigestadt gekommen. Selten habe ich so viel Bindung von Einwohnern zur eigenen Stadt erlebt – alle scheinen hobbymäßig als Botschafter unterwegs zu sein. Der sehr US-amerikanische Geist der ehrenamtlichen Arbeit ist hier an allen Ecken besonders deutlich, zahlreiche Nichtregierungsorganisationen prägen das, was in der Stadt passiert, die Verwaltung arbeitet in sehr vielen Non-Profit-Projekten mit.