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Auf Jungfernfahrt

Das Osterzgebirge rollt für die Gäste den weißen Teppich aus. Dabei hilft auch des Bürgermeisters neue Kette.

© Egbert Kamprath

Von Mandy Schaks

Gesund und Fit

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Wie auf Kommando hat Altenberg bestes Winterwetter angeknipst: Mit blauem Himmel, Neuschnee und leichten Minusgraden erwartet die Skiregion die Gäste. Nächste Woche beginnen in einigen Bundesländern die Winterferien. Vor allem die Brandenburger kommen gern ins Osterzgebirge. Aber kaum noch jemand will sich selbst eine Spur durch den verschneiten Winterwald trampeln.

Das weiß keiner besser als Bürgermeister Thomas Kirsten (Freie Wähler), der selbst leidenschaftlicher Skifahrer ist. „Das macht einfach keinen Spaß“, sagt er und hat auch das Rezept, wie er Urlauber und Ausflügler locken kann: mit 70 Kilometern präparierten Loipen und Skiwanderwegen. „Das ist eine wichtige Voraussetzung, damit Gäste kommen und die touristischen Einrichtungen besser ausgelastet sind.“

Nur gab es in diesem Winter bisher nicht viel zu spuren. Nach weißen Weihnachten fehlte im Januar weitestgehend der Schnee. „Das ist schon tragisch“, sagt Kirsten, „weil die Tagesgäste fehlen.“ Deshalb ist er jetzt im Glück, dass pünktlich mit Ferienbeginn der langerwartete Schnee fällt. Das ist auch für Kurzentschlossene ein Argument, schnell noch Urlaub zu buchen. Deshalb muss jetzt jeder Handgriff sitzen, damit das kostbare Weiß nicht verschleudert wird. „Wir sind mit den Loipen schon gut“, sagt Kirsten, „aber wir müssen das weiter verbessern.“

Davon redet er nicht nur. Der Rathauschef ist ein Macher und setzt sich schon mal selbst in den Pistenbully, vor allem, wenn es etwas zu testen gibt. Wie die neuen Gummiketten für sagenhafte 20 000 Euro. Eigentlich graben sich die Loipen-Raupen auf Alu-Füßen durch den hohen Schnee, gespickt mit einer Art Spikes, damit die tonnenschweren Fahrzeuge auf Eis nicht rutschen. Wenn aber wenig Schnee liegt oder Straßen zu queren sind, um die Ortsteile mit dem Loipennetz zu verbinden, kann Schaden entstehen. Die Pistenraupe pflügt schlimmstenfalls den Schnee unter die Erde und raspelt sich das Metall von den Füßen. Die Gummiketten sind nun Kirstens Geheimwaffe, wie er sie nennt, um den hohen Aufwand für die Loipen zu minimieren und die Skisaison so lang wie möglich zu machen, auch wenn mal nur wenig Schnee liegt.

Hoffnungsvoll schwingt sich Kirsten gestern auf den Pistenbully. Und wie alles in Altenberg, hat auch das Raupenfahrzeug einen Namen: Kahleberg. Die Fahrt geht aber nicht ins rund 900 Meter hohe Skigebiet, zum höchsten Gipfel im sächsischen Osterzgebirge, in dem schon 40 Zentimeter Schnee liegen, sondern runter ins Müglitztal. Er will den Wildpark in Hartmannmühle und auch Bärenstein, wo es eine starke Wander- und Skifahrergruppe gibt, an die Loipe bringen. „Dann können Gäste mit dem Zug bis nach Altenberg fahren, mit den Skiern zum Wildpark und wieder mit dem Zug nach Hause“, erzählt Kirsten.

Die Gegend hat in diesem Jahr mangels Schnee noch keinen Pistenbully gesehen. Nun nach dem Wetterumschwung kann sich des Bürgermeisters neue Kette bewähren. Der friedliche Mini-Panzer setzt sich schwankend und ruckelnd in Bewegung. Kirsten drückt einen Knopf. Am Heck senkt sich das Glättbrett. Der Pistenbully gleitet sanft über die Schneehügel und zieht hinter sich eine drei Meter breite, festgedrückte Schneebahn, die wie gebügelt aussieht. Am Rand steht eine junge Familie, ein Kind sitzt auf dem Schlitten. Sie winken und freuen sich über die schön gemachte Piste. „Die Kette, die Kette!“, jubelt Kirsten. „Ist das nicht der Wahnsinn!“

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