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Auf Pirsch hinterm Mähdrescher

Wenn die Landwirte die Ernte einfahren, haben auch die Jäger öfter was vor der Flinte.

© dpa

Von Franz Herz

Dippoldiswalde. Der Mähdrescher dreht seine erste Runde auf dem Rapsfeld zwischen Elend und Dippoldiswalde. Klaus Köhler, der Pflanzenbauchef der Agrargenossenschaft Reinholdshain, hat die Qualität bestimmt und festgestellt, dass die Pflanzen erntereif sind. Daraufhin hat er nicht nur seine Mitarbeiter losgeschickt, sondern auch Carsten Geißler angerufen, den Obmann der Jäger im Dippoldiswalder Gebiet.

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Bei der Ernte arbeiten Landwirte und Jäger Hand in Hand. Denn das ist eine der wenigen Chancen, Wildschweine zu erwischen. Die haben sich in den letzten Wochen gut eingerichtet im hoch stehenden Raps oder Mais. Dort sind sie für die Jäger nicht zu sehen und haben gut zu fressen, was will so eine Sau mehr. Die Schäden, die sie dabei an den Feldern anrichtet, belasten die Landwirte zusätzlich zur Trockenheit.

Die nutzen deswegen die Chance zur Jagd. Wenn eine Reihe Rapspflanzen nach der anderen fällt und eine Rotte Schweine im Feld lebt, bleibt denen irgendwann nichts anderes übrig, als die sichere Deckung zu verlassen. Das ist der Moment, in dem die Jäger sie erlegen können.

Carsten Geißler ruft zur Ernte alle verfügbaren Weidmänner zusammen und platziert sie rings um das Feld. Dabei gilt es, vorsichtig zu sein. Die mögliche Schussbahn darf nur in Richtung Feld gehen. Sicherheit geht vor.

Hier in Reinholdshain haben die Jäger allerdings keinen Erfolg. Es waren keine Schweine im Raps. An anderen Stellen sah es anders aus. Bei einer vorhergehenden Erntejagd auf einem Feld zwischen Ulberndorf und Oberfrauendorf hatten die Jäger acht Frischlinge und ein einjähriges Wildschwein zur Strecke gebracht, in der Nähe von Oberfrauendorf vier und bei Oelsa 16 Stück, wie Carsten Geißler berichtet.