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Aufbaubank verbucht weniger Fluthilfe-Anträge als erwartet

Bis Ende Juni können Kommunen ihre Anträge noch stellen, für Private und Unternehmen ist die Frist schon abgelaufen. Rund 198 Millionen Euro an Wiederaufbauhilfe hat die Aufbaubank bisher ausgezahlt.

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Dresden. Zwei Jahre nach dem Juni-Hochwasser von 2013 sind bei der Sächsischen Aufbaubank (SAB) weniger Anträge auf Fluthilfe eingegangen als erwartet.

Bis Mitte Juni waren es 9 768 Anträge von Unternehmen, Vereinen, Kommunen und Privatleuten. „Eigentlich hatten wir mit rund 15 000 Anträgen gerechnet“, so der Vorstandsvorsitzende Stefan Weber am Dienstag in Dresden. Bisher hat die Bank rund 637 Millionen Euro an Zuschüssen bewilligt und 198 Millionen Euro ausgezahlt. Gut 7 400 Anträge wurden bewilligt. „Wir gehen davon aus, dass wir bis zum letzten Tag Anträge der Kommunen bekommen“, sagte Weber. Bis zum 30. Juni können Städte und Gemeinden ihre Anträge einreichen, für Unternehmen und Private endete die Frist Ende 2014.

Wer Fluthilfe beantragt, muss ein Gutachten erstellen lassen und neben einem vollständig ausgefüllten Antrag auch Belege und Originalrechnungen einreichen. Diese müssen jedoch noch nicht bezahlt sein. Gutachter und Unternehmen der Bauwirtschaft seien wegen des Hilfsprogramms ausgelastet. Für die Kommunen sei es daher nicht immer leicht, passende Angebote zu bekommen. In den nächsten Tagen rechnet Weber aber noch mit „ein paar Hundert Anträgen“.

Insgesamt gewährte die SAB 2014 mehr als 1,6 Milliarden Euro an Fördermitteln in Form von Zuschüssen, Darlehen und Bürgschaften. Das meiste Geld floss mit 34 Prozent in die Förderung des Wirtschafts- und Arbeitsmarktes, gefolgt von Infrastruktur- und Städtebauförderung (31 Prozent). Laut SAB wurden mit Zuschüssen in Höhe von 308 Millionen Euro Investitionen der Unternehmen von 2,1 Milliarden Euro realisiert - und damit rund 5 000 Arbeitsplätze im Freistaat geschaffen.

Auch an der für 2017 geplanten Verlegung des Bankensitzes nach Leipzig wird nach Angaben der SAB gearbeitet. Bis Jahresende soll die Baugenehmigung beantragt werden. Vor wenigen Tagen hat das Landesamt für Archäologie auf dem ehemaligen Robotron-Gelände in Leipzig mit den Grabungen begonnen, die den eigentlichen Bauarbeiten vorausgehen. Für den neuen Hauptsitz der SAB sieht der Entwurf einen Glasbau mit markanten Säulen im Eingangsbereich vor. Das Geldinstitut beschäftigt derzeit rund 1250 Mitarbeiter. (dpa)