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Aufregung um Malerweg geht in die nächste Runde

An der Königsnase versperren Bäume im Privatwald den Wanderweg. Jetzt soll geredet werden. Unklar ist, wer mit wem.

Von Heike Wendt

Wanderwegewart Peter Mildner ist empört. Seit Jahren bemüht er sich um Kontakt mit Waldbesitzerin Annegret Jesser-Wickel. Ihr gehören mehrere Waldflächen, auch die an der Königsnase bei Struppen. Dort versperren seit vorigem Sommer dicke Baumstämme den Malerweg. Zudem sorgten abgesperrte Parkflächen an den Bärensteinen mehrfach für Diskussionsstoff. „Doch meine mehrfachen Versuche, als Kreiswegewart für das Gebiet ein persönliches Gespräch zu führen, wurden stets abgelehnt“, sagt er. Zudem habe die Waldbesitzerin eine Einladung von Klaus Brähmig, dem Vorsitzenden des Tourismusverbandes Sächsische Schweiz, zum Gespräch als „nicht notwendig“ abgelehnt.

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Jetzt hat Peter Mildner in einem Leserbrief in der Sächsischen Zeitung gelesen, dass Annegret Jesser-Wickel selbst zum Reden einladen will. Zu klären gäbe es einiges. Zum Beispiel, was als Qualitätswanderweg gilt, oder ob die Besitzerin vor der Ausweisung des Malerwegs auf ihrem Grund und Boden hätte gefragt werden müssen. „Der Wanderweg war, markiert mit rotem Punkt, seit Jahrzehnten vorhanden“ , stellt Peter Mildner klar. Er erhielt lediglich im Juni 2006 den Namenszusatz Malerweg.

Der verläuft mit ganz wenigen Ausnahmen – die nicht Frau Jesser-Wickels Flächen betreffen – ausschließlich auf vorhandenen markierten Wanderwegen. Die Bezeichnung Qualitätswanderweg sei zudem falsch. Zwar gibt es den Wunsch, das Prädikat zu verleihen. „Jedoch stehen einer Zertifizierung noch Hindernisse im Weg“, sagt Peter Mildner. Was den Kreiswegewart besonders in Rage bringt, ist der Vorschlag, den Malerweg zu verlegen. „Man lenkt die Wanderer dann nach meiner Kenntnis auf die Bahnhofstraße von Obervogelgesang nach Struppen. Da muss der Wald nicht betreten werden“, argumentiert Mildner und verweist auf die ausdrückliche Ausweisung als Erholungswald im Landschaftsschutzgebiet Sächsische Schweiz. Das alles passt für ihn nicht zusammen.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Klaus Brähmig hatte angeregt, den Verkauf der Waldflächen rückgängig zu machen (SZ berichtete). Eine Enteignung? Das hält der Kreiswegewart gar nicht für erforderlich. Wohl aber eine Einigung. Das Gesprächsangebot zum sinnvollen Verlauf des Malerwegs lässt ihn hoffen. Doch ob und wie das Gespräch zustande kommt, ist völlig offen. Klaus Brähmig jedenfalls nahm die Nachricht vom Gesprächsangebot sofort ernst und durchforstete seinen Kalender nach möglichen Terminen. Immerhin gehe es um ein hohes öffentliches Interesse an einem funktionierenden Tourismus und den ordnungsgemäßen Umgang mit öffentlichen Mitteln, so Brähmig. Schließlich, sagt er, hätten Neu- und Wiedereinrichter wie Annegret Jesser-Wickel den Wald zu Preisen kaufen können, die deutlich unter dem Marktwert lagen. „Insofern ist es meine ureigene Aufgabe, genau hinzuschauen, ob der Investor die forstbetrieblichen Auflagen beachtet und seine vertraglich zugesicherten Zusagen einhält“, sagt Brähmig.

Brähmigs Terminangebot stieß allerdings auf wenig Gegenliebe. Andreas Wickel, Ehemann der Waldbesitzerin und selbst Forstbeamter, mailte prompt im Namen seiner Frau an Herrn Brähmig: Sie lasse ihm ausrichten, dass die Einladung von ihrer Seite aus erfolgen werde. Brähmigs Vorpreschen mit Terminvorschlägen sei „ziemlich unhöflich“. Der Abgeordnete, so Andreas Wickel, solle „den Ball einfach etwas flacher“ halten. „Dann wird man sich schon annähern können.“