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Aufruf zum Präsidenten-Mord

Bei Facebook soll ein Gröditzer gefordert haben, Joachim Gauck zu erschießen. Auch mit anderen Staatsdienern hat er ein Problem.

© Symbolfoto/dpa

Gröditz. Das Warten ist umsonst. Der Angeklagte erscheint auch eine Viertelstunde nach Verhandlungsbeginn nicht. Dabei wäre durchaus interessant zu hören, was er zu dem Vorwurf sagt: Auf der Facebook-Seite eines Pegida-Ablegers soll der Gröditzer öffentlich zur Tötung des Bundespräsidenten aufgefordert haben: Es solle doch mal bitte jemand Gauck in den Kopf schießen, um ihn von dem Leid zu erlösen, er selbst zu sein. Auf diesen Beitrag hin wurde der Mann bei der Polizei angezeigt.

Dass der Gröditzer die ganze Sache nicht so ernst nimmt, machte er bei Facebook deutlich. Dort postete er kurzerhand ein Foto von seiner Polizei-Vorladung. „Kümmert euch um die wirklich wichtigen Sachen ihr faulen Kunden!!! Da draußen gibt’s richtige Verbrecher!!!“, ätzte der Mann in Richtung der Ermittler. Mit der Polizei steht er anscheinend eh auf Kriegsfuß: Fotos zeigen den tätowierten Schriftzug „A.C.A.B.“ auf der Brust des Gröditzers. A.C.A.B. steht für „All Cops are Bastards“ – „Alle Polizisten sind Bastarde“.

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Auch ohne Erscheinen vor Gericht droht dem Gröditzer nun eine Geldstrafe: Er soll 1 750 Euro zahlen. (ewe)