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Aufschwung für Freitals Wirtschaft

Im Technologiepark siedeln sich in diesem Jahr drei neue Unternehmen an – und bringen Arbeitsplätze mit.

© Visualisierung: Hollstein GmbH

Von Tobias Winzer

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Freital. Andreas Altewischer ist von Freital begeistert. „Das hat hier alles funktioniert, wunderbar“, sagt der Geschäftsführer der Hollstein GmbH. Mit seinem Unternehmen zieht er in diesem Jahr aus Dresden hierher. „Ich habe sofort gemerkt: Die wollen.“ Der 56-Jährige meint damit das Team rund um Baubürgermeister Jörg-Peter Schautz (parteilos), der in Personalunion auch Geschäftsführer des Technologiezentrums und des neuen Technologieparks an der Lutherstraße ist. Die Hollstein GmbH ist die dritte Firma, die in diesem Jahr in dem Gewerbegebiet neu baut. Die Flächen sind damit schon zur Hälfte vergeben. Die Stadt hatte das Industriegebiet auf dem Grundstück der ehemaligen Windbergarena entwickelt. Anfang des vergangenen Jahres wurde die Erschließung des Areals abgeschlossen.

„Wir wollten eigentlich in Dresden bleiben“, sagt Altewischer. Seit der Gründung vor 20 Jahren hat das Unternehmen seinen Sitz an der Niedersedlitzer Straße unweit des Kaufparks Nickern – das Büro in einem DDR-Bau und die Produktionsstätte in einer alten Fabrikhalle nebenan. Die Firma hat sich auf die Entwicklung sogenannter Entstaubungsanlagen und deren Montage spezialisiert. Zum Einsatz kommen sie in der Industrie überall dort, wo zum Beispiel Staub entsteht, der aus Gesundheitsgründen oder wegen Produktionsprozessen abgesaugt werden muss.

Zu den Kunden zählen die Dresdner Zigarettenfabrik F6, Dr. Oetker oder der Reifenhersteller Pirelli. Für seine Aufträge ist Altewischer weltweit unterwegs. „Unser Vorteil ist, dass wir so klein sind, sodass wir individuell auf Kundenwünsche reagieren können“, sagt der Geschäftsführer. Derzeit sind zehn Mitarbeiter bei ihm angestellt.

Lob für schnelle Entscheidungsprozesse in Freital

Bereits seit Längerem hat Altewischer Pläne für einen eigenen Firmensitz. Das Büro und die Produktionshalle in Dresden sind veraltet und mittlerweile zu klein – und außerdem nur gemietet. „Dort lohnt sich keine Investition“, so der Unternehmer. Mit der Stadt Dresden hatte er deswegen über den Kauf einer Gewerbefläche in Gittersee verhandelt.

Der Deal kam aber wegen zu hoher Preise nicht zustande, wie Altewischer sagt. „Ich habe deswegen einen Radius rund um Dresden gezogen und geschaut, wo es noch Möglichkeiten gibt.“ Bei einem Anruf im Freitaler Rathaus wurde ihm der neue Technologiepark genannt. Nach einem persönlichen Gespräch sei man sich schnell einig geworden. Ende des vergangenen Jahres wurde der Kaufvertrag unterschrieben.

Altewischer lobt die unkomplizierten Entscheidungsprozesse in Freital. Dass der Geschäftsführer des Gewerbegebietes zugleich Baubürgermeister sei und sich dadurch um schnelle Baugenehmigungen kümmern könne, sei ein Vorteil.

Rund 1,2 Millionen Euro will die Hollstein GmbH nun in Freital investieren. Entstehen wird ein Bau mit einer rund 700 Quadratmeter großen Produktionshalle und einem zweigeschossigen Bürotrakt. Der Baustart ist bereits für den 29. Februar geplant. Im September will Altewischer mit seinen Mitarbeitern einziehen.

Die Firmenansiedlung bringt Freital nicht nur neue Gewerbesteuereinnahmen, sondern auch Arbeitsplätze. „Wir sind dauernd auf der Suche nach Fachkräften“, sagt Altewischer. Derzeit fehlen ihm zwei Schlosser für die Produktion und ein Mitarbeiter für den Verkauf der Anlagen. In dem neuen Firmensitz will der gebürtige Nordrhein-Westfale die Fertigungstiefe erhöhen, also weniger Blechteile zukaufen und mehr selbst herstellen.

Weitere Flächen in Aussicht

Dabei will der Unternehmer auch von anderen Firmen in dem Gewerbegebiet profitieren. Mit der Firma Erler, die im vergangenen Sommer als erstes Unternehmen ihren Firmensitz in dem Areal eröffnet hat, gibt es bereits Kooperationen. Erler stellt in kleinen Stückzahlen mit CNC-Fräsen Teile und Muster her – genau das, was Altewischer für seine inviduell gefertigten Anlagen braucht.

Neben der Hollstein GmbH wollen auch die Sächsische Haustechnik Dresden und Elbatronic in diesem Jahr im Technologiepark bauen. Die Sächsische Haustechnik Dresden, die derzeit an der Tharandter Straße in Dresden-Dölzschen sitzt, bietet unter anderem Hausmeisterdienste an. Der Baustart soll im Laufe des Frühjahrs erfolgen. Das IT-Unternehmen Elbatronic zieht vom Felsenkeller-Areal in Dresden-Plauen nach Freital. Der neue Firmensitz soll nach Angaben der Stadt bereits ab Anfang März entstehen. Wie Schautz mitteilt, seien damit etwas mehr als 50 Prozent der Flächen im Technologiepark vergeben. Fünf bis sechs freie Grundstücke gebe es noch. Zu allen Grundstücken laufen Gespräche.

Weil die Nachfrage für Gewerbeflächen so groß ist, plant Schautz schon den nächsten Schritt und will ihn erweitern. Weitere Flächen entlang der Gleise von der Deutschen Bahn sollen dafür gekauft werden. Der Technologiepark würde damit um 12 000 auf insgesamt rund 36 000 Quadratmeter wachsen. „Die Gespräche und Verhandlungen laufen“, so Schautz.