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Sebnitz

Aufstehen für den Klimaschutz

Sebnitzer Gymnasiasten schließen sich der weltweiten Umweltaktion an. Sie hoffen auf noch mehr Unterstützer.

Gymnasiasten protestierten auf dem Sebnitzer Marktplatz für besseren Klimaschutz.
Gymnasiasten protestierten auf dem Sebnitzer Marktplatz für besseren Klimaschutz. © Foto: Dirk Zschiedrich

Die Botschaft von „Fridays For Future“ (Freitage für die Zukunft) ist deutlich: Tut mehr fürs Klima! Und je länger die Proteste anhalten, desto schwerer wird es, Hunderttausende Stimmen überall auf der Welt zu überhören.

Als erstes Gymnasium im Landkreis hat sich das Sebnitzer Goethe-Gymnasium ganz offiziell an der weltweiten Umweltaktion beteiligt. Die Schüler demonstrierten allerdings bereits am Donnerstag, weshalb die Kundgebung hier unter dem Titel „Thursday For Future“ lief. Einige von ihnen hatten Plakate mitgebracht: „Warum für eine zerstörte Zukunft lernen?“, „Weniger Plastik, mehr Meer“ oder auch „Ich atme lieber Abgase von zehn Radfahrern als von einem Auto“, stand auf den Transparenten.

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„Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut“, schallte es wie andernorts auch am Donnerstag über den nasskalten Marktplatz in Sebnitz. Der Schülerratsvorsitzende Paul Löser fand deutlich Worte. Es sei ein Armutszeugnis für die Politik, dass weltweit Kinder und Jugendliche auf die Straße gehen müssen, um für ihre Zukunft zu kämpfen. Die Probleme des Klimawandels, sagte Paul Löser, stünden auch vor Sebnitzer Türen, wie unter anderem Hochwasserkatastrophen gezeigt haben. Der Dürresommer vom letzten Jahr sei nur der Anfang von dem, was kommt. „Die Politiker haben nichts begriffen und deshalb müssen wir weiter machen, dass Politiker endlich mal den Arsch hochbekommen für unsere Zukunft.“ Die junge Generation sei die erste, die das Schmelzen der Pole zu spüren bekomme, aber auch die letzte Generation, die etwas dagegen tun könne.

Eingeladen zur Kundgebung war als Rednerin auch Ines Kummer von Bündnis 90/Grüne). Sie warb für grüne Politik in Sachen Umweltschutz. Tatjana Schwarzbach von der Sebnitzer Ortsgruppe des Naturschutzbundes ermutigte die Teilnehmer, weiter für den Klimaschutz zu protestieren. „Wir dürfen uns nicht nur für Tiere und Pflanzen einsetzen. Wir müssen uns für unsere Rechte einsetzen und Fragen stellen“, sagt die Sebnitzerin. Sie berichtete unter anderem von den Projekten Streuobstwiese und Fledermausschutz, die die Sebnitzer Ortsgruppe angeschoben und unterstützt hat, ebenso von Projekten der Sebnitzer Naturschutzjugend.

Die Gymnasiasten möchten in der kommenden Woche selbst etwas für den Klimaschutz tun. Schüler der Klassenstufe 10 werden sich an einer Baumpflanzaktion in Hinterhermsdorf beteiligen. Organisiert wird diese vom Nationalparkzentrum. Darüber hinaus wollen sich einige auch am offiziellen Frühjahrsputz in Sebnitz beteiligen. An diesem Tag wollen sie auf dem Busbahnhof saubermachen, ein Ort, den die meisten Schüler täglich frequentieren. Am Donnerstag stand außerdem fest: Die Demo auf dem Markt soll nicht die letzte Protestaktion der Sebnitzer Schüler für den Klimaschutz bleiben.

Sie schließen sich damit dem Aufruf der 16-jährigen Schwedin Greta Thunberg an. Das Mädchen hatte im Sommer vergangenen Jahres zunächst allein wöchentlich gestreikt. Seit Monaten boykottieren in vielen Ländern junge Leute aus Protest gegen mangelnde Klimaschutzbemühungen einmal pro Woche den Unterricht.

Inzwischen ist Greta Thunberg überall, so auch in Sebnitz. Laut und lange sollen die Proteste weiter gehen, am besten im gesamten Landkreis, wünschen sich die Sebnitzer Gymnasiasten. Denn solange die Politiker nur reden würden, sei die Zukunft der jungen Generation weiterhin in Gefahr.

Sie wollen noch besser informiert sein? Schauen Sie doch mal auf www.sächsische.de/pirna und www.sächsische.de/sebnitz vorbei.

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