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Politik

Lange Schlangen in den Wahlbüros

Union und SPD drohen bei der Europawahl Verluste. In Sachsen zeichnet sich eine höhere Beteiligung ab. Und Dresden muss zusätzliche Kabinen organisieren.

Wie hier in der Dresdner Neustadt bildeten sich mitunter lange Schlangen in den Wahlbüros.
Wie hier in der Dresdner Neustadt bildeten sich mitunter lange Schlangen in den Wahlbüros. © Christian Essler

Berlin/Dresden. In Deutschland haben am Sonntagmorgen bundesweit die Europawahlen begonnen. Insgesamt sind in der Bundesrepublik 65 Millionen Wahlberechtigte aufgerufen, über die 96 deutschen Abgeordneten für das Europäische Parlament zu entscheiden. 

Union und SPD müssen nach Umfragen fürchten, dass sie bei der Europawahl auf ihre jeweils historisch schlechtesten Ergebnisse fallen. Die Grünen könnten Umfragen zufolge vor der SPD zweitstärkste Kraft werden, erstmals überhaupt bei einer bundesweiten Wahl.

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Die deutschen Wahllokale schließen um 18 Uhr MESZ. Wie bei Bundestagswahlen gibt es daraufhin bei ARD und ZDF eine Prognose für das bundesweite Ergebnis, ab 18.15 Uhr werden Hochrechnungen erwartet.

Außer in Deutschland werden zeitgleich auch in 20 weiteren europäischen Ländern die neuen Abgeordneten für das Europäische Parlament gewählt. Mehrere europäische Länder hatten schon vorher in dieser Woche abgestimmt. Erwartet werden Verluste bei Christ- und Sozialdemokraten im Vergleich zur Wahl 2014 und Erfolge rechter EU-Kritiker in wichtigen Ländern. Zugewinne werden Liberalen und Grünen vorhergesagt.

Nur wenige Sachsen im Europaparlament

Bei den Wahlen vor fünf Jahren erhielten in Sachsen zwei CDU-Abgeordnete, eine Abgeordnete der Linken sowie eine Abgeordnete der SPD ein europäisches Mandat. Die CDU wurde mit 34,5 Prozent stärkste Kraft, gefolgt von den Linken (18,3), SPD (15,6), AfD (10,1), Grünen (6,0), NPD (3,6) und FDP (2,6).

Neben der Wahl zum Europaparlament werden im Freistaat zudem die Kreistage aller zehn Landkreise bestimmt sowie die Stadträte in den drei kreisfreien Städten Dresden, Leipzig und Chemnitz. In 416 Gemeinden steht außerdem die Wahl der Gemeinderäte an. Sachsenweit haben rund 6.000 Wahllokale geöffnet. 

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hat nach seiner Stimmabgabe am Sonntag in Dresden die Bürger erneut zur Wahl aufgefordert. "Ich war heute Morgen schon, gehen auch Sie zur Wahl, denn jede Stimme zählt", schrieb der CDU-Politiker auf Twitter. 

In Dresden waren mit Stand 14 Uhr bereits 44,8 Prozent der Wahlberechtigten an der Urne. Damit liegt die Wahlbeteiligung höher als zur vergangenen Europawahl 2014 zu dem Zeitpunkt (39,6 Prozent). In ganz Sachsen waren bis 14 Uhr bereits 31,9 Prozent wählen, wie Landeswahlleiterin Carolin Schreck mitteilt. 2014 waren es zum selben Zeitpunkt 25,3 Prozent.

Der große Andrang in den Wahllokalen der sächsischen Landeshauptstadt machte sich auch in den Wartezeiten an den Wahlurnen bemerkbar. In den sozialen Netzwerken berichten einige von Wartezeiten von 30 Minuten und mehr, einige seien gar entnervt wieder umgekehrt. 

Unter anderem kam es am Vormittag zu längeren Wartezeiten im Kreuzgymnasium. Die Dresdner Stadtverwaltung teilte am Sonntagmittag mit, daher weitere Wahlkabinen für das Wahllokal angefragt zu haben.

Am Abend wird es einen Live-Ticker über aktuelle Trends, Ergebnisse und Reaktionen auf die Wahl geben. (SZ/hoe, dpa) 

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