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Verbales Duell voller Finessen

In „Diplomatie“ kämpfen ein General und ein Generalkonsul um das Schicksal von Paris - zu sehen an den Landesbühnen Sachsen in Radebeul.

Holger Uwe Thews (li.) und Michael Heuser.
Holger Uwe Thews (li.) und Michael Heuser. © Sylvio Ditrich / PR

Von Christian Ruf

Es gibt Gespräche, da wäre so mancher gern Mäuschen gewesen, um mitzuhören, was genau beredet wurde. Das gilt für das Treffen zwischen Napoleon und Metternich Ende Juni 1813 in Dresden, aber auch für das zwischen dem deutschen General Dietrich von Choltitz und dem schwedischen Generalkonsul Raoul Nordling Ende August 1944 im von den Deutschen besetzten Paris.

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Hitler wollte, dass Paris beim Rückzug zerstört wird

In seinem Theaterstück „Diplomatie“ spekuliert der französische Autor Cyril Gély darüber, was damals im Hotel Meurice zwischen Choltitz und Nordling besprochen worden sein könnte. Fest steht, dass beide damals eine Art Waffenstillstand aushandelten, damit die deutschen Truppen die Stadt durchqueren konnten, ohne in einen Hinterhalt zu geraten. Es galt, einen geordneten Rückzug vorzunehmen, in einem unterdessen vom unerklärten Bürgerkrieg zwischen Résistance und deutschfreundlicher Miliz zerrissenen Land. 

An sich hatte der Befehl Hitlers an von Choltitz gelautet: „Paris darf nicht oder nur als Trümmerfeld in die Hand des Feindes fallen.“ Entsprechend waren die Brücken über die Seine, Notre Dame, der Louvre, die Oper und natürlich auch der Eiffelturm vermint. Choltitz schwankte zwischen Gehorsam und Menschlichkeit, ihm drohte der Tod, denn in jenen Zeiten wurden die, die „Führerbefehle“ missachteten, vom NS-Regime hingerichtet, die Familienangehörigen in Sippenhaft genommen. Es entspinnt sich ein verbales Kräftemessen. Nordling und Choltitz feilschen und fechten voller Finessen um das Schicksal von Paris, bis am Morgen das bekannte, erfreuliche Ergebnis feststeht.

Das Stück „Diplomatie“ läuft am 26. Januar und am 8. März, jeweils 19 Uhr sowie am 1. Februar um 19.30 Uhr an den Landesbühnen Sachsen in Radebeul. Karten gibt es für 15 Euro, ermäßigt 12 Euro, Schüler 7 Euro unter Telefon 0351 8954 214.