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Augusto

Untätige Teetrinker

Im Dresdner Schauspielhaus startet mit „Der Kirschgarten“ ein Gleichnis von der Vergänglichkeit des Lebens.

Sagen wir mal so, es ist nicht die neue Kirschkönigin.
Sagen wir mal so, es ist nicht die neue Kirschkönigin. © Sebastian Hoppe / PR

Von Christian Ruf

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Als das Ende nahte, meinte der russische Arzt und Schriftsteller Anton Tschechow: „Alles, was ich geschrieben habe, wird in wenigen Jahren vergessen sein.“ Er irrte sich gründlich. Er, der mal versicherte, „eine Abneigung gegen die Poesie“ zu haben, schrieb die poetischsten Prosadramen der russischen Literatur. Es sind scheinbar antitheatralische Milieustudien, doch Tschechows Dramen sind von den Theaterbühnen der Welt nicht wegzudenken.

Umzogen von Schatten der Schwermut

Die Menschen werden in Tschechows Stücken, die samt und sonders von Schatten der Schwermut durchzogen sind, nicht durch ihre Taten charakterisiert, sondern durch ihre Untätigkeit. Sie reden miteinander, meist nur gleichgültiges Zeug. Sie trinken Tee, sie langweilen sich und sind unglücklich. Eigentlich langweilen sich bei Tschechow (der die Medizin seine legitime Ehepartnerin nannte und die Literatur seine Geliebte) alle – nur nicht das Publikum, es sei denn, der Regisseur hat alles falsch gemacht.

Im Dresdner Schauspielhaus ist es nun Andreas Kriegenburg, der den vielgespielten Klassiker „Der Kirschgarten“ inszeniert. Tschechows letztes Stück ist ein grandioses Gleichnis von der Vergänglichkeit des Lebens, zeige laut Ankündigung „ein Zögern und Verharren der Gesellschaft zwischen Rückwärtsgewandtheit und Zukunftsangst.“ Die Frage „Bleiben oder Gehen?“ beantworten die Figuren, so der Ansatz, „mit einem Aufbruch, mit dem Verlassen der Heimat und alter Strukturen, jede in eine andere Richtung und auf ihrem eigenen Weg“.

„Der Kirschgarten“ läuft am 28.9., 19.30 Uhr und am 22.9., 16 Uhr (mit Kinderbetreuung) im Schauspielhaus Dresden. Karten ab 15 Euro gibt es unter Telefon 0351 4913555.