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Augusts Teiche werden entschlammt

In den nächsten Jahren plant der Freistaat umfangreiche Arbeiten bei Moritzburg. Der Sanierungsauftakt klappte allerdings nicht wie angekündigt.

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© Arvid Müller

Von Sven Görner

Langsam schiebt sich der große gelbe Koloss ein Stück vorwärts. Aus der Ferne sieht es fast so aus, als würde er dicht über dem nassen Teichschlamm schweben. Doch das scheint nur so, weil die breiten Pontons des Spezialbaggers ein Einsinken in den weichen Untergrund verhindern. Ketten allein reichen nicht aus, um auf dem Grund des Oberen Altenteiches arbeiten zu können.

In dem seit dem Abfischen im Herbst wasserfreien Areal herrscht derzeit ungewohnte Betriebsamkeit. Nicht nur der sich reichlich angesammelte Schlamm wird Baggerschaufel für Baggerschaufel vom Boden gekratzt. Auch am Damm, der den Oberen vom Unteren Altenteich trennt, wird gearbeitet. Der Freistaat, dem neben den beiden Altenteichen auch die meisten anderen Gewässer der Moritzburger Teichgruppe gehören, hat ein umfangreiches Sanierungsvorhaben gestartet. Dessen Ziel ist es, in den nächsten Jahren dafür zu sorgen, dass die einst im Auftrag der Kurfürsten angelegten Teiche auch künftig für ihren ursprünglichen Zweck genutzt werden können – der Fischzucht. Denn in dieser Funktion sind sie ein wichtiger Bestandteil der historischen Kulturlandschaft.

Doch an einigen Teichen werden bereits seit Längerem starke Verlandungserscheinungen beobachten. Vor allem am Dippelsdorfer. „Dort wird das Abfischen durch die starke Schlammschicht immer schwieriger“, sagt Henry Lindner, der Geschäftsführer der Moritzburger Teichwirtschaft. Daher sollte jetzt neben dem Oberen Altenteich auch der in Dippelsdorf saniert werden. Doch daraus wurde nichts.

Wie der Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement auf SZ-Anfrage mitteilt, musste die Ausschreibung für die Arbeiten im Dippelsdorfer Teich aufgehoben werden. Der Grund: Die Preise der Angebote waren unerwartet hoch, so dass die vorhandenen Haushaltmittel nicht ausreichten. Noch sei nicht hundertprozentig sicher, wann nun der Startschuss für den Dippelsdorfer Teich fällt. Wahrscheinlich aber nicht vor 2015. Denn im nächsten Herbst soll es vermutlich mit dem Unteren Altenteich, dem Schösserteich und dem Unteren Waldteich weitergehen. Alle Vorhaben müssen nicht nur mit der Teichwirtschaft, sondern vor allem auch den Naturschutzbehörden abgestimmt werden. So wurde bei den jetzigen Arbeiten beispielsweise ein temporärer Damm zum Schutz eines Feuchtbiotops errichtet. Zudem wurden Muscheln aus dem Restwasser aufgesammelt und umgesiedelt.

Am Teichrand türmen sich mehrere kleine Berge auf. Vor dem Abtransport wird der Schlamm zwischengelagert, damit er wenigstens etwas an Feuchtigkeit verliert. Normalerweise würde man ihn länger austrocknen lassen, doch das ist hier nicht möglich. Gegenwärtig profiliert der Pontonbagger gerade den Teichgrund neu. „Für uns ist das wichtig, damit die Karpfen beim Abfischen alle bis zum Ablauf vorschwimmen“, sagt Henry Lindner. Die Stützwände zu beiden Seiten des Grundablasses wurden komplett erneut. Ebenso das Gewölbe für den Überlauf bei Hochwasser. Insgesamt kosten die Arbeiten im Oberen Altenteich rund 490 000 Euro.