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Augustusbrücke ab 2017 gesperrt

© Sven Ellger

Die Vorarbeiten haben begonnen. Zum Sanierungsauftakt reißen Bauleute den ersten Bogen ab.

Von Peter Hilbert

Dresden. Sandsteine bröckeln, Aussichtsplattformen sind gesperrt – die Augustusbrücke ist in die Jahre gekommen, die Sanierung längst überfällig. Denn die Stadt hatte lange Zeit kein Geld dafür. Dank der Fluthilfemittel kann die Instandsetzung von Dresdens traditionsreichster Brücke dieses Jahr beginnen. Im November fangen die Bauleute mit den ersten Arbeiten an, erläuterte Straßenbauamtschef Reinhard Koettnitz am Montag bei einem Vor-Ort-Termin.

Rund 24 Millionen Euro kostet die Sanierung. Aus dem Fördertopf zur Beseitigung der Hochwasserschäden erhält die Stadt 17 Millionen Euro. Die ersten Vorarbeiten hatten im November 2014 begonnen. Seitdem werden die Treppe und eine dahinterliegende Stützwand am Narrenhäusel erneuert. Eigentlich sollte dies bereits geschafft sein. Doch die beauftragte Firma ist nicht so vorangekommen wie geplant. Deshalb hatte ihr die Stadt den Auftrag entzogen und neu vergeben. Seit über einem Monat setzt eine Spezialbaufirma aus dem thüringischen Sondershausen die Arbeiten fort. Mit einem Jahr Verspätung sollen sie Ende Juli abgeschlossen sein, erklärt Koettnitz.

Am anderen Brückenende wird Anfang Mai zudem damit begonnen, das alte Pegelhaus und die zugehörige Stützwand in Richtung Italienisches Dörfchen instand zu setzen. Geplant ist, dass dies bis Ende September geschafft wird.

Ausschreibung wird vorbereitet

Derzeit wird die Ausschreibung zur Vergabe des Auftrags vorbereitet. Auch wenn im Herbst erste Bauleute anrücken, wird die Brücke aber erst nach den Feiertagen gesperrt. Am 2. Januar ist der „scharfe Baustart“, bei dem das nötig ist. Dann müssen Straßenbahnen und Autos umgeleitet werden. Für Fußgänger und Radfahrer bleibt jedoch während der gesamten Bauzeit eine fünf Meter breite Passage erhalten, versichert der Amtschef. Wofür jedoch ein großer Aufwand nötig ist. Der erste Brückenbogen über dem Terrassenufer ist so stark geschädigt, dass er im Frühjahr 2017 abgerissen werden muss. Deshalb muss zuvor eine 19 Meter lange Behelfsbrücke in dem Bereich gebaut werden. Während des Bogenabrisses muss das Terrassenufer an Wochenenden gesperrt werden, kündigt Koettnitz an.

Straßenbahnen können mindestens ein Jahr nicht über die Brücke fahren. Für Kraftfahrzeuge bleibt sie auch nach der Sanierung gesperrt. „Nur Rettungsfahrzeuge, Stadtrundfahrten, der Öffentliche Personennahverkehr und Taxen dürfen die Brücke künftig noch nutzen“, sagte Koettnitz.

Die Sanierung verläuft ähnlich wie bei der Albertbrücke. Zum Auftakt wird das Pflaster ausgebaut. Danach kommen die Bagger zum Zuge, die den Stampfbeton und das andere Füllmaterial bis auf die Oberseiten der Bögen ausheben. Sind die Schäden am Bauwerk beseitigt, wird alles wieder mit Beton verfüllt und die Straße gebaut.

Stabile Betonkonstruktion

Für die Straßenbahntrasse errichten die Bauleute eine sogenannte feste Fahrbahn. Dabei liegen die Gleise in einer stabilen Betonkonstruktion, die 60 Jahre halten soll. Letztlich wird die Oberfläche noch gepflastert, auf den Radwegen mit glattgeschnittenen Steinen, wobei auch die vorhandenen eingesetzt werden können.

Der Querschnitt der gesamten Brücke samt Bordsteinen und Fußweg aus Granitplatten bleibt erhalten. Ebenso die einen halben Meter breiten Sandsteinbrüstungen, die aber nicht mehr standsicher sind. Alle Steine sind fotogrammetrisch dreidimensional erfasst. Sie werden später wieder eingebaut, kaputte aber repariert oder ersetzt. Da am Bauwerk nichts verändert wird, kann die Höhe der Brüstungen von einem guten Meter so bleiben. Wegen der Verbreiterung ist das an der Albertbrücke anders, wo das berühmte Doppelgeländer angebaut wird. „An der Augustusbrücke gehen wir von einer Bauzeit von zwei Jahren aus, sodass wir Ende 2018 fertig sind“, stellt Koettnitz in Aussicht.