Merken

Aus dem Eiskanal in die Politik

Diana Sartor, frühere Weltmeisterin im Skeleton, will für die Freien Wähler in den Bundestag.

Teilen
Folgen

Mit den Mühen der Ebene kennt sich Diana Sartor aus. Zehn harte Jahre lagen zwischen ihrem ungewöhnlichen Einstieg in den Sport und ihren Titeln als Welt- und Europameisterin im Skeleton. Längst hat sie den Leistungssport hinter sich gelassen. Sie führt heute eine Pension in Bärenfels und wagt sich nun aufs bundespolitische Parkett – für die Freien Wähler.

„Man sollte erst gackern, wenn es so weit ist“, sagte die 42-Jährige, wenn es um ihre Pläne nach dem 22. September geht. Sie hofft, dass die Freien Wähler in den Bundestag kommen. „Ich frage mich immer, muss Politik kompliziert sein, damit sie möglichst niemand versteht?“ Dem wolle sie entgegenwirken. Ihre Themen: Familie, Sport und Tourismus. „Da kenne ich mich aus.“

Bei null muss die Augenoptikerin nicht anfangen, wenn es um einen Sitz im neuen Bundestag geht. Schon seit dem Ende ihrer Sportlaufbahn 2008 engagiert sie sich in der Politik und sitzt im Kreistag.

Nun steht die einstige Leistungssportlerin auf Platz zwei der Landesliste und bewirbt sich auch als Direktkandidatin im Wahlkreis 158 Sächsische Schweiz–Osterzgebirge. Prominente Kontrahenten sind Klaus Brähmig (CDU), der seit 1990 im Bundestag sitzt, und André Hahn, der bis 2012 die Landtagsfraktion der Linken leitete.

Die Freien Wähler haben in Sartors Heimat seit den Nachwendejahren Tradition. Altenberg mit seiner Rennschlitten- und Bobbahn wird seit 1990 von Bürgermeister Thomas Kirsten geführt. Der Ex-Biathlet kam aus dem Neuen Forum und gründete 1994 die Freien Wähler mit.

Bei der Skeleton-WM in Altenberg 1994 kam Sartor erstmals in Kontakt mit dieser Sportart. Eine Sektion Skeleton gab es dort nicht; sie wurde zur Sportlerin und Organisatorin zugleich. „Ich bin den damals etwas skeptischen Vereinen hier ziemlich auf den Geist gegangen, vieles war selbstgemacht.“ Zehn Jahre später wurde sie Welt- und Europameisterin.

Respekt vor dem Eiskanal hat die Mutter von zwei Kindern heute noch: „Eigentlich bin ich ein ängstlicher Typ, ich fahre nicht mal schnell Fahrrad.“ So richtig nimmt man es ihr aber nicht ab, wenn sie lächelnd an der Bahn steht, einen Gästebob dirigiert und über Pläne für Altenberg, den Sport und ihre Familie redet. (dpa)