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Aus dem Elbecafé wird ein Dampfer

In Pirna eröffnet ein neues Fischrestaurant. Die Leitung sucht noch einen Mitarbeiter.

© Kristin Richter

Von Mareike Huisinga

Pirna. Pirnas Gastronomie-Szene entwickelt sich rasant. Erst vor Kurzem machte das Burger-Restaurant Platzhirsch am Markt auf. Jetzt finden die letzten Sanierungsarbeiten am ehemaligen Elbecafé an der Brückenstraße statt. Hier eröffnet in Kürze ein Fischrestaurant. Birgit Hanke, Inhaberin der Kaffeerösterei Ernst Schmole Nachfolger, hat das Gebäude in diesem Frühjahr von der Vorgängerin Inge Jankowiak übernommen. Die 70-jährige Gastwirtin gab aus Altersgründen auf.

So sieht das Restaurant Landgang künftig aus. © Repro: SZ

Birgit Hanke liebäugelte schon lange mit dem langgestreckten Gebäude, das in unmittelbarer Nähe zur Dampfer-Anlegestelle liegt. „Mit meinem Mann bin ich oft in Warnemünde am Alten Strom, einer alten Hafenanlage, gewesen. Dort haben wir am Wasser Fisch in einem Restaurant gegessen. Es hat mir immer gut gefallen“, berichtet Birgit Hanke.

Besonders den unverbauten Blick auf das Wasser schätzt sie. Deshalb ist für sie die Lage des Gebäudes in Pirna an der Brückenstraße mit Sicht auf die ruhig fließende Elbe einmalig.

Dabei macht sich die Unternehmerin nichts vor. Sie weiß, dass die Brückenstraße ihr neues Restaurant vom Fluss trennt. „Aber wenn der Liefer- und Berufsverkehr durch ist, wird es auch ruhiger auf der Straße“, erläutert sie. Besonders am Wochenende ist die Strecke nur wenig befahren, schätzt sie ein. Das Äußere des neuen Restaurants passt sich der Umgebung perfekt an. Nach der kompletten Sanierung wird es den Dampfern der Weißen Flotte ähneln, die gleich schräg gegenüber anlegen. Das gesamte Gebäude ist bereits weiß gestrichen. In Kürze wird auf dem Dach noch ein markanter schwarz-weißer Schornstein montiert. Das Restaurantschild symbolisiert das Schaufelrad der historischen Dampfer. Entsprechend clever ist der Name des Lokals gewählt: Landgang.

Anker als Garderobenhaken

Dahinter steckt eine Botschaft. „Mit unserem Restaurant möchten wir die Schiffsgäste und überhaupt alle Vorbeiziehenden zu einem Landgang einladen“, erklärt Birgit Hanke. Damit meint sie nicht nur einen Abstecher in das neue Lokal, das sie führt. „Es soll eine Anregung sein, sich Pirna auch jenseits des Bahndammes anzuschauen und die schöne Altstadt zu besuchen“, sagt die gebürtige Pirnaerin. Auch die Inneneinrichtung des Lokals spiegelt das maritime Umfeld wider, sie ist komplett auf Schiffe abgestimmt. Unter anderem zieren Schiffsschrauben die Wände; kleine Anker aus Metall dienen als Garderobenhaken. Der Clou: Wen diese Kleinode ansprechen, der kann die nachbestellbare Dekoration, wie zum Beispiel versilberte Krebse oder Kompasse, käuflich erwerben.

„Schiffstaufe“, also Eröffnung des Restaurants Landgang, ist für die erste Juli-Hälfte geplant. Es gibt 32 Innenplätze, und bei gutem Wetter können die Gäste auf der Sonnenterrasse Platz nehmen.

Auf der Speisekarte stehen vorwiegend klassische Fischgerichte. Gault-Millau-Hauben oder Michelin-Sterne streben Hanke und ihr Küchenchef nicht an. „Wir wollen das kochen, was wir selber gerne essen“, erklärt die Geschäftsfrau. Angedacht ist zum Beispiel Dorsch mit Senfsoße und Gurkensalat. Eine große Karte will sie nicht anbieten, lieber setzt sie auf frische Küche mit wechselnden Tagesangeboten.

Zu den Preisen kann Birgit Hanke derzeit noch nichts sagen. „Wir sprechen aber Gäste sowohl mit kleinem wie auch mit etwas größerem Portemonnaie an.“ Für eilige Radfahrer wird es ein Imbissangebot zum Mitnehmen, wie Fischbrötchen, geben. Zwei Angestellte hat Birgit Hanke bereits für das neue Lokal Landgang eingestellt. Ein dritter Mitarbeiter, der das Team unterstützt, wird noch gesucht.

Die öffentlichen Toiletten am westlichen Gebäudeende bleiben übrigens erhalten. Das war eine Auflage der Stadtverwaltung. Auch werden weiterhin Tickets der Sächsischen Dampfschiffahrt am Schalter am anderen Gebäudeende verkauft.