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Aus dem Grünen ins Gästeamt

In ihren Job als Gästebetreuerin hat sich Manuela Kuschnik indes eingearbeitet. Nun ist auch die Finanzierung  der Stelle gesichert.

© André Braun

Von Heike Heisig

Leisnig. Obwohl sie in Leisnig die wenigsten Leute kennt, ist Manuela Kuschnik von vielen freudig begrüßt worden. Die 40-Jährige wohnt mit Mann, drei Kindern und allerhand Tieren im Ortsteil Altleisnig. Seit reichlich zwei Monaten ist sie die neue Ansprechpartnerin im Gästeamt in Leisnig. Vorher war das Büro wochenlang geschlossen. „Daher haben mir einige Besucher gesagt, wie schön es ist, dass die Anlaufstelle wieder besetzt ist“, erzählt Manuela Kuschnik.

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Ihre Stelle ist jetzt auch Thema in der Stadtratssitzung gewesen. Die Stadträte stimmten der Finanzierung nach einem geänderten Modell zu. Die Kommune muss sich zunächst an den Personalkosten beteiligen, sie später komplett übernehmen. Das ist als Bedingung an die anfängliche Förderung geknüpft. Das Arbeitsamt übernimmt für neun Monate einen 50-prozentigen Eingliederungszuschuss.

Danach ist die Kommune bei der Finanzierung gefragt, obwohl Manuela Kuschnik beim Technologieorientierten Gründer- und Entwicklungszentrum (TGE) angestellt ist. Bis zum Frühjahr konnten die Personalkosten für den oder die Mitarbeiterin im Gästeamt über das Programm „Soziale Teilhabe am Arbeitsmarkt“ gefördert werden, entstanden der Stadt Leisnig keine weiteren Kosten. Über dieses Programm konnte allerdings kein geeigneter Nachfolger gefunden werden. Die Räte gaben für dieses und nächstes Jahr Kosten in Höhe von 30 000 Euro frei. Dieses Geld konnte Finanzchefin Andrea Graupner in der Planung des ersten Doppelhaushaltes nicht mehr berücksichtigen. Daher war jetzt ein zusätzlicher Beschluss notwendig.

Ihre ersten Bewährungsproben im Gästeamt hat Manuela Kuschnik mit Bravour gemeistert. Gleich am Anfang sollte sie eine Besuchergruppe nach oben in die Lutherausstellung begleiten. Dass sie in diesem Moment dem Landesbischof und anderen namhaften Gästen gegenüberstand, das hatte man der 40-Jährigen nicht gesagt. Entsprechend unaufgeregt ging sie an die Begrüßung der Delegation. Wenig später stand das Burg- und Altstadtfest an. Dabei schlüpfte auch die 40-Jährige in ein Kostüm und war Ansprechpartnerin für die Besucher der Stadt – und so manchen Mitwirkenden. Als am Sonnabend schon fast zur Geisterstunde das untere Tor des Stadtgutes klemmte, ließ Manuela Kuschnik die Hilfesuchenden nicht allein, sondern packte mit an.

Inzwischen hat sie sich in die eigentlichen Aufgaben gut eingearbeitet, wie sie selbst einschätzt. Mit dem Verkauf von Ansichtskarten und jetzt gerade Kalendern, Tickets und Wanderführern ist es aber nicht getan. „Manche Gäste wollen vor ihrer Anreise schriftliche Vorschläge zu Übernachtungsmöglichkeiten und Freizeitangeboten geschickt oder gemailt haben. Das kommt neben der telefonischen Beratung noch hinzu“, so die Gästeamtsmitarbeiterin. An ihr ist es auch, Stadtführungen zu vermitteln oder Möglichkeiten zum Besichtigen des Stiefelmuseums. Dafür ist noch immer keine Lösung für eine zeitweise Besetzung gefunden worden. „Wenn jemand eine Idee hat, wie wir das ändern könnten, würden wir uns sehr freuen“, hatte Stadtrat Hansjörg Oehmig (CDU) im Sommer schon einmal einen Aufruf an die Leisniger gestartet.

Zu Manuela Kuschniks Aufgaben gehört es auch, das touristische Material auf dem Laufenden zu halten, also mit Anbietern in Kontakt zu bleiben. Auch Zuarbeiten für die überregionale Leisnig-Werbung sind gefragt. Weiterhin erstellt sie mit den Meldungen, die eingehen, den monatlichen Veranstaltungskalender.

Gelernt hat die 40-Jährige Landschaftsgärtner. Nachdem das erste Kind kam, legte sie auf dem zweiten Bildungsweg das Abitur ab und begann Biotechnologie zu studieren. Das funktionierte, als noch ein Kind dazukam, weniger gut. Also arbeitete sie im Büro der Hochschule. „Da habe ich gemerkt, dass mir auch diese Arbeit Spaß macht“, erzählt sie. Also folgte eine Ausbildung zur Bürokauffrau, bis zum Sommer leitete sie eine Döbelner Außenstelle eines Bildungsträgers, in dem auch Flüchtlinge Deutschunterricht erhielten.

Die neue Aufgabe gefällt Manuela Kuschnik genauso gut. Mit der Familie lasse sie sich gut vereinbaren. Sonntags hat das Gästeamt jetzt nicht mehr geöffnet. Die Änderung resultiert aus den gesammelten Erfahrungen. Die hat die Kommune über die Schließzeit ausgewertet. Nun ist das Gästeamt dienstags bis freitags von 10 bis 16 Uhr und sonnabends von 10 bis 16 Uhr besetzt. Zum Altstadtfest und zum Weihnachtsmarkt gibt es verlängerte Öffnungszeiten.