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Aus dem Vergessen herausholen

Ein Stück Alltag aus anderen Gefängnis-Zeiten greifbar machen – Birgit Ulbricht war auf der Suche.

© Kristin Richter

Als der Ire Nicholas Osbourne das Großenhainer Gefängnis von Willy Lindemann gekauft und den Erlebnisknast fortan auch international angepriesen hat – spätestens da fragte ich mich, wie es den Insassen wohl früher hier ergangen ist? Wer saß überhaupt in Großenhain ein? Beschuldigte, die nur auf ihren Prozess warteten und dann wieder weg waren? Wie war das Leben hinter den Gittern?

Schlichte Fragen. Alltag eben, der durch die Zeiten hinweg erst Geschichte ausmacht. Einen eigenen Bestand „Gerichtsgefängnis Großenhain“ gibt es nicht. Was zu finden war, ist überraschend, spannend, erschreckend und manchmal zum Schmunzeln.

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Letzteres vor allem, wenn man seine Großenhainer in Situationen wiedererkennt, wie sie eben so sind. Erschreckend, wenn die Momente kommen, in denen die große Geschichte nach einer kleinen Stadt greift. Spannend und überraschend, wenn plötzlich neue Fakten und Zusammenhänge auftun.

Den Anfang machen heute die Erinnerungen von Ernst Morche, der als Kind 1878 mit der Familie ins neue Arresthaus einzog, wie es damals hieß. Der Vater war leitender Aufseher. Es sind die frühesten Aufzeichnungen überhaupt – abgesehen von diversen Schreiben der Ministerien.

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Als Kind zog Ernst Morche mit der ganzen Familie ins neu gebaute Arresthaus ein. Der Vater war Gefängniswärter.

Und wie Erinnerungen an die Kindheit nun oft sind, kommen sie wohl etwas verklärt daher. Sie lassen aber beim Leser ein erstes Bild vom damaligen Alltag entstehen. Das soll möglichst authentisch wiedergegeben werden – das scheint mir wichtig, um sich in die Geschehnisse einzufühlen.

E-Mail an Birgit Ulbricht