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Aus Einzelkämpferin wird großes Team

Seit 20 Jahren gibt es die häusliche Krankenpflege „Pflege mit Herz“. Petra Schreiter will weiter bauen.

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© André Braun

Von Sylvia Jentzsch

Hartha. Am 1. Oktober 1996 wagte Petra Schreiter mit ihrem Pflegedienst den Schritt in die Selbstständigkeit. Seitdem kümmert sie sich, später gemeinsam mit ihrem Team, um Pflegebedürftige und hilft deren Angehörigen bei der Betreuung. Das wurde jetzt mit den Patienten, Bewohnern und Angehörigen anlässlich der neunten Gesundheitsmeile in der Seniorenresidenz gefeiert.

Nachdem Petra Schreiter eine Wohngemeinschaft für Demenzkranke ins Leben rief und 2009 die Seniorenresidenz eröffnete, hat die Geschäftsführerin eine weitere gute Nachricht parat. Sie baut eine Tagespflege für 20 Gäste. Damit will sie ihr Angebot erweitern. Die Gäste der Tagespflege, die sich nicht mehr selber vollständig versorgen können, wohnen daheim und werden tagsüber betreut und gepflegt.

Vor 20 Jahren begann die gelernte Krankenschwester als Einzelkämpferin. Ihr Wunsch war es, pflegebedürftige Menschen nicht nur medizinisch zu versorgen, sondern ihnen auch menschlich zur Seite zu stehen. Es gehe darum, den Leuten auch einmal zuzuhören, ihnen tröstende oder aufmunternde Worte zu spenden oder sich ihre Probleme anzuhören. „Das hatte ich mir schon in Vorbereitung meiner Selbstständigkeit vorgenommen und es mit dem Namen ‚Pflege mit Herz‘ deutlich zum Ausdruck gebracht“, so Petra Schreiter. Das werde von den Leuten neben der Qualität der Arbeit sehr geschätzt und anerkannt.

Nicht nur die Nachfrage stieg

„Neun Monate habe ich diese Aufgabe allein übernommen. Damals arbeitete ich fast rund um die Uhr. Ich musste ja auch den 24-Stunden-Bereitschaftsdienst übernehmen“, so Petra Schreiter. Wie sie das damals geschafft habe, wisse sie heute nicht mehr. Neun Monate nach der Gründung des Pflegedienstes stellte Petra Schreiter ihre erste Angestellte ein, im Oktober die zweite. „Diese Mitarbeiterin ist immer noch bei mir angestellt“, so Petra Schreiter. Ihren Firmensitz hatte die Harthaerin damals in der Annenstraße. Die Nachfrage stieg und damit auch die Anzahl der Mitarbeiter. Heute sind es 34 Angestellte bei der häuslichen Krankenpflege und 54 in der Seniorenresidenz. Im Jahr 2000 zog „Pflege mit Herz“ ins Gebäude für altersgerechtes Wohnen an der Lindenstraße, um am Ball zu bleiben.

„Wir wollten in der Nähe unserer Kunden sein“, so Petra Schreiter. Die Dienstleistungen seien erst zögerlich angenommen worden, doch dann wurden es immer mehr Leute, die die Arbeit von Petra Schreiter und ihrem Team schätzen lernten. „Ich wurde oft angesprochen, ob wir nicht die Pflege eines Verwandten oder Bekannten übernehmen würden. Das bestätigte unsere Arbeit, in der es um Qualität, aber auch um Herzlichkeit geht“, so Petra Schreiter. Hinzu komme, dass die Mitarbeiter gut geschult und ausgebildet seien.

Vor elf Jahren wurde die Wohngemeinschaft (WG) für an Demenz erkrankte Menschen ins Leben gerufen, um ihnen eine familienähnliche Unterkunft zu schaffen. Angeregt wurde die Gründung dieser WG von Petra Schreiter. „Ich brachte diese Idee von Weiterbildungen mit und sah darin eine gute Alternative zu einem Pflegeheim.“ Im April 2009 wurde die Seniorenresidenz „Pflege mit Herz“ an der Straße des Friedens eingeweiht. In der Residenz gibt es 54 Einbett- und sechs Zweibettzimmer.

Petra Schreiter setzt sich nicht nur für Leute ein, die Pflege bedürfen. „Pflege mit Herz“ ist anerkannter Ausbildungsbetrieb. Darüber hinaus bietet die Harthaerin jungen Leuten die Chance, bei ihr innerhalb eines sozialen Jahres Einblicke in den Beruf eines Altenpflegers zu bekommen.

Geändert habe sich in den 20 Jahren viel, so die Geschäftsführerin. Vor allem gibt es mehr Bürokratie. Es muss mehr dokumentiert und Schriftstücke vorgehalten werden. Außerdem hat auch in den ambulanten Pflegedienst die moderne Technik Einzug gehalten. Was früher auf Papier festgehalten wurde, geht nun über das Handy und wird später in der Zentrale gespeichert.