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Ausflug ins Abstrakte

In der Galerie Klinger in Liegau-Augustusbad sind Werke von Günter Hornig zu sehen. Aus Sicht von Eberhard Klinger ist die Schau schon jetzt sehr erfolgreich.

Von Bernd Goldammer
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Eberhard Klinger beim Hängen der Bilder von Günther Hornig. Die Schau ist bis zum 29. Januar geöffnet.
Eberhard Klinger beim Hängen der Bilder von Günther Hornig. Die Schau ist bis zum 29. Januar geöffnet. © Bernd Goldammer

Liegau-Augustusbad. An den Tagen zwischen Weihnachten und dem Jahreswechsel ist Zeit für Kunst. Wie wäre es also mit einem Besuch der aktuellen Ausstellung in der Galerie Klinger in Liegau-Augustusbad? In den lichtdurchfluteten Räumen warten zwanzig großartige Entdeckungen. „Collagen//Objekte“ aus dem Nachlass des 2016 verstorbenen Dresdner Künstlers Günther Hornig sind hier zu sehen. Der gilt als einer der bedeutendsten abstrakten Künstler Ostdeutschlands. Günther Hornigs Kunstsprache erfreut sich inzwischen eines gewachsenen Interesses. In den Staatlichen Kunstsammlungen sind inzwischen zwei Skulpturen aus Hornigs Serie „Türme“ dauerhaft zu sehen. „Günther Hornig ist immer noch ein Geheimtipp“, schätzt die Vorstandsvorsitzende des Freundeskreises Museis Saxonicis Usui, Petra von Crailsheim, ein. Es sei höchste Zeit, sich stärker mit dem Werk des Künstlers zu beschäftigen. Klingers Galerieraum bietet dafür die geeignete Atmosphäre.

Der aus Bitterfeld stammende Günther Hornig war Theatermaler und Bühnenbildassistent. Ab 1957 studierte er Malerei und Grafik an der Dresdner Kunstakademie und experimentierte schon früh mit informellen, teils konkreten künstlerischen Formensprachen. Zu seinen Lebzeiten hat sich Günther Hornig sehr für das Ausstellungsgeschehen in der Galerie Klinger interessiert. Oft sah man den Künstler hier, wenn Ausstellungen eröffnet wurden. Eine Ausstellung mit ihm war auch schon angedacht. Als sie realisiert werden sollte, kam die Nachricht vom Tod des Künstlers. Nun hat Eberhard Klinger zusammen mit den Erben des Künstlers eine Nachlass-Ausstellung im Ausstellungssaal zusammengestellt. Ende November wurde sie eröffnet. Ingrid Koch, eine profilierte Kunstjournalistin, machte in ihrer Laudatio die Bedeutung des Malers in der sächsischen Kunstgeschichte klar. Sie ging auch auf das „Serielle Prinzip“ ein, welches das Schaffen von Günter Hornig durchzieht. Dafür bekam sie sehr viel Beifall. Klar wurde: Aufgrund des Wiederkehrens und der Variation von festgelegten, reduzierten Farb- und Formenelementen lassen sich Günther Hornigs Werke zu einem größeren inhaltlichen Kontext verbinden. Das kann die Ausstellung in Liegau Augustusbad besonders gut vermitteln.

Schon Bilder verkauf

Gelungen ist die Ausstellung schon deshalb, weil sie eine weitere Facette der „Entdeckerphase“ erlebbar macht. Die Tage zwischen Weihnachten und Neujahr sind eine gute Zeit, sich diese einzigartige Ausstellung anzusehen. „Wir haben für unsere Besucher zu den normalen Galeriezeiten geöffnet“. Fünf Arbeiten sind inzwischen mit einem roten Punkt versehen. Das bedeutet, nach Beendigung der Ausstellung am 29. Januar werden sie von ihren Käufern abgeholt. „Es ist eine besonders erfolgreiche Exposition geworden“, betont Eberhard Klinger.

Geöffnet ist die Galerie, Schönborner Straße 12 in Liegau-Augustusbad Mittwoch bis Freitag von 14 bis 18 Uhr und am Sonnabend von 10 bis 14 Uhr.