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Ausgeguckt?

Die Stadt lehnt einen Schaukasten am Demianiplatz in Görlitz ab. Bauherr Ronny Otto will sich damit nicht abfinden.

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© Pawel Sosnowski/80studio.net

Von Matthias Klaus

Görlitz. Nach sieben Monaten steht nun fest: Bauherr Ronny Otto darf keinen Schaukasten am Demianiplatz Ecke Annengasse anbringen. Die Stadt hat das Vorhaben abgelehnt. In der Begründung heißt es: „Das Bauvorhaben ist unzulässig, weil es im Widerspruch zu öffentlich-rechtlichen Vorschriften steht.“ Demnach gebe es „satzungsrechtliche und denkmalpflegerische Belange, die dem Bauvorhaben entgegenstehen“, heißt es in der Begründung aus dem Rathaus. Der Schaukasten sei zu groß. Die Stadt geht von Maßen von 3,10 Meter Breite und einer Höhe von 2,80 Meter aus. Ronny Otto wiederum sagt, dass er die Schautafel in einer Größe von 3,10 Meter mal einen Meter beantragt habe. Es sei nicht nachvollziehbar, warum die Stadt die mit Graffiti besprühten Stromkästen und die Mauer mit einrechne.

So sollte er aussehen, der Schaukasten am Demianiplatz in Görlitz.
So sollte er aussehen, der Schaukasten am Demianiplatz in Görlitz. © Matthias Klaus

„Der Schaukasten auf dem Grundstück Demianiplatz 7 sollte für Höhepunkte und Aktivitäten unserer Stadt genutzt werden“, schildert Ronny Otto. Viele Touristen interessiere es, was die Stadt für sie und auch mögliche „Neugörlitzer“ interessant mache. „Statt solche Vorhaben zu unterstützen, hat die Bauaufsicht keine Mühen gescheut, nach Gründen für eine Ablehnung zu suchen“, so Ronny Otto. Er habe mehrfach um einen Termin vor Ort gebeten, da jedes beteiligte Amt seine eigene Ansicht habe. Die Stadt sei auf seinen Vorschlag für eine konstruktive Zusammenarbeit aber nicht eingegangen.

Die Idee für einen Schaukasten am Demianiplatz war Ronny Otto Ende vergangenen Jahres gekommen. Damals ging es um den Aufruf für die Registrierung in der deutschen Knochenspenderkartei. Darüber hinaus stellt sich der Bauherr vor, könnte in dem Schaukasten für Informationen aus der Stadt ganz allgemein für Vereine geworben werden. „Nutznießer wären doch am Ende alle“, war sich Ronny Otto noch im April sicher. Bereits im November 2015 hatte er einen entsprechenden Antrag an die Stadt gestellt. Ronny Otto wollte sich mit seiner Schaukasten-Idee von den üblichen großflächigen Plakatwänden absetzen. Die hatten in der Vergangenheit ja immer wieder für Gesprächsstoff gesorgt, weil das Werbematerial zuweilen nicht richtig haften blieb und teils vom Winde verweht wurde. Bereits der erste Antrag wurde jedoch von der Stadt abgelehnt. Ronny Otto schob weitere Vorschläge nach. Am Ende waren es sechs.

Eine Variante schien genehmigungsfähig, Ronny Otto bestellte bereits einen Schaukasten, begann mit den Vorbereitungen, etwa dem Stromanschluss. Die Fundamente wurden bereits hergerichtet. Die untere Denkmalschutzbehörde könnte dem Vorhaben zustimmen, allerdings unter Auflagen. Demnach dürfte die Rahmenhöhe des Schaukastens einen Meter nicht überschreiten, die Breite nicht 1,55 Meter. Generell, so heißt es in der Stellungnahme der Behörde, stelle der beantragte Schaukasten „ eine erhebliche Beeinträchtigung für das Denkmal Demianiplatz 7 dar“.

Die Stadt moniert weiter, dass in dem Schaukasten in der historischen Altstadt kein Wechsellicht gestattet sei. „Von mir wurde lediglich der Schaukasten mit einer Beleuchtung zum besseren Erkennen der Angebote unserer Stadt in der dunkeln Jahreszeit beantragt und keine gelbe oder rote Reklameschrift“, so Ronny Otto. Er sagt: „Da die Stadt nun offensichtlich mit unterschiedlichem Maß an die Genehmigung solcher Anlagen herangeht, werde ich auf den Weg einer richterlichen Urteilsfindung vertrauen.“