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Ausländer für Deutschland

Vorsicht mit Feindbildern! Sie können einem auch abhandenkommen. Ein Beitrag von Michael Bittner

© Ronald Bonß

Von Michael Bittner

Mit dem Spruch „Gemeinsam für unser Deutschland“ warb vor einer Weile ein Kandidat der Alternative für Deutschland um Stimmen. Das wäre nun nicht ungewöhnlich gewesen, hätte der Slogan nicht auf Russisch auf den Plakaten geprangt. Der Kandidat fand nichts dabei, mit kyrillischen Buchstaben fürs Deutschnationale zu werben. Er wolle eben die Russlanddeutschen ansprechen, sagte er. Viele Parteigenossen machen’s inzwischen nach. Warum aber dann nicht auch Plakate auf Türkisch, um die Deutschen türkischer Herkunft zur AfD zu locken?

Teppich Schmidt
Sieben Wohnwelten – ein Geschäft
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Erfahrung, Wissen und ein super Team. Bis zum heutigen Erfolg war es eine lange, lehrreiche Reise, die sich nun in verschiedenen Abteilungen widerspiegelt und seinen Kunden Einrichtungs- und Wohnträume verwirklicht.

Viele der Menschen, die einst als Spätaussiedler aus der Sowjetunion nach Deutschland kamen, sind inzwischen in der Gesellschaft bestens aufgehoben. Es gibt aber auch welche, die bis heute lieber Russisch sprechen, in russischen Läden einkaufen und russisches Fernsehen schauen. Sie betrachten Putin als ihren Präsidenten wie manche Türken in Deutschland Erdogan. Warum schimpft hier keiner über Parallelgesellschaft? Weil eine Menge Russlanddeutsche brav rechts wählen, einst die CDU, heute die AfD. Da kann man schon mal ein Auge zudrücken.

Um an die Macht zu kommen, benötigen Faschisten ein Feindbild. Sie müssen der Gesellschaft einreden, sie werde von innen und außen tödlich bedroht, allein die nationale Revolution könne Rettung bringen. Welches Feindbild dazu benutzt wird, ist aber ziemlich gleichgültig: polnische Bauern oder jüdische Bolschewisten, portugiesische Gastarbeiter oder arabische Flüchtlinge. Es mangelt den Faschisten auch nie an Beweisen für ihre Ideologie: Immer findet sich ein Jude, der wirklich Spekulant, ein Italiener, der wirklich Mafioso, ein Muslim, der wirklich Gotteskrieger ist. Ausgewählt wird immer das Feindbild, das sich gerade am besten macht.

So kommt es zu den lustigsten Kehrtwenden: Dieselben Leute, die einst in jedem Spätaussiedler einen Helfer der „Russen-Mafia“ sahen, werben nun um diese lieben Landsleute. Die Flüchtlinge der Balkankriege, einst bloß „kriminelle Jugos“, sind plötzlich serbische und kroatische Kameraden im nationalen Freiheitskampf. Polen sind keine notorischen Autodiebe mehr, sondern Vorbilder im Kampf gegen westliche Dekadenz.

Liebe Faschisten, ihr müsst ein bisschen aufpassen, sonst bleiben euch am Ende als Feindbild nur noch die Außerirdischen!