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Ausländische Fachkräfte Mangelware

Ist eine Mechatroniker-Ausbildung aus Kasachstan mit einer deutschen vergleichbar? Im Ausland ausgebildete Handwerker können ihre Qualifikation hier anerkennen lassen. Die Bilanz ist aber ernüchternd.

© dpa

Dresden. Das Interesse von im Ausland ausgebildeten Handwerkern an einer Anerkennung ihrer Abschlüsse hierzulande ist nach Angaben der sächsischen Handwerkskammern groß. Jedoch erhalten nur relativ wenige letztlich einen entsprechenden Bescheid, wie die Kammern in Dresden, Leipzig und Chemnitz berichteten. Demnach wurden im vergangenen Jahr insgesamt 258 Beratungsgespräche geführt. Es ergingen aber nur elf Bescheide über die Gleichwertigkeit der im Ausland erlangten Qualifikation mit der deutschen Ausbildung. Die Gründe hierfür seien vielfältig, hieß es.

Seit zwei Jahren gibt es in Deutschland einen Rechtsanspruch auf Überprüfung der Gleichwertigkeit des Berufsabschlusses. Er soll helfen, Menschen mit ausländischen Abschlüssen besser in den deutschen Arbeitsmarkt zu integrieren.

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Mit sechs Bescheiden hat sich die Zahl der Anerkennungen in Leipzig 2013 zum Vorjahr verdoppelt. Fünf Bescheide wurden in Dresden erteilt. Hier war das Interesse mit 193 Beratungen besonders hoch. Keinen Bescheid gab es in Chemnitz. „Manche Verfahren laufen noch“, sagte ein Sprecher der dortigen Handwerkskammer.

Die Antragsteller hatten ihre Qualifikationen in Russland, Kasachstan, Polen, Estland, der Ukraine, Ungarn, Rumänien, Moldau und Griechenland erworben. Sie wollten ihre Ausbildung mit denen in Deutschland zum Friseur, Maßschneider, Maler- und Lackierermeister, Kraftfahrtzeugtechnikermeister, Bauten- und Objektbeschichter sowie Elektroniker mit der Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik vergleichen lassen.

Die Gründe für die große Differenz zwischen Beratungen und Anerkennungen sind unterschiedlich. Viele kämen mit falschen Vorstellungen, sagte ein Sprecher der Handwerkskammer Leipzig. „Manche denken, dass die HWK zu Leipzig nur ihren Stempel druntersetzen muss.“ Im Gespräch ergebe sich dann aber, dass beispielsweise eine neue Ausbildung sinnvoller sei. Bei anderen komme eine Meisterausbildung oder andere Weiterbildungen infrage, mitunter auch die Selbstständigkeit.

Ratsuchende würden auch aus Kostengründen von der Antragstellung Abstand nehmen, da sie das Verfahren in der Regel selbst finanzieren müssen, hieß es bei der Kammer in Dresden. Dazu kämen falsche Erwartungen an das Verfahren und nicht zuletzt schlechte Deutschkenntnisse. (dpa)