merken

„Eine neue Qualität von Gewalt“

Bei der wöchentlichen Demonstration des fremdenfeindlichen Bündnisses Legida in Leipzig ist es am Montagabend zu Zusammenstößen mit der Polizei gekommen.

© dpa

Leipzig. Bei der wöchentlichen Demonstration des fremdenfeindlichen Bündnisses Legida in Leipzig ist es am Montagabend zu Ausschreitungen und Zusammenstößen mit der Polizei gekommen. Dabei wurden nach Angaben der Polizei zwei Polizisten verletzt.

Teils vermummte und offensichtlich gewaltbereite Vertreter „einer Fußball-Klientel“ hätten sich an die Spitze des Aufzugs gesetzt, dann seien Flaschen auf Polizisten und Streifenwagen geschleudert worden, teilte ein Polizeisprecher mit, der aber nicht von Hooligans sprechen wollte. Die Polizei schritt mit Reizgas und Schlagstöcken ein. Die Versammlungsbehörde der Stadt Leipzig verfügte die Auflösung der Veranstaltung. Nach Schätzungen nahmen an dem Legida-Marsch rund 500 Menschen teil, denen rund 1 000 Gegendemonstranten gegenüberstanden.

Jubel
Zwei echt starke Jubiläen
Zwei echt starke Jubiläen

Die gedruckte Sächsische Zeitung wird 75 Jahre alt. Digital gibt es uns seit 25 Jahren. Beide Jubiläen wollen wir feiern - und Sie können dabei gewinnen.

Auch der Gegenprotest blieb laut Polizei nicht friedlich. Teilnehmer warfen demnach Absperrungen auf die Straße, ließen sich zu einer Sitzblockade nieder und leisteten Widerstand gegen Beamte. Die Polizei setzte gegen sie auch einen Wasserwerfer ein.

Aus Sicht der Stadtverwaltung Leipzig hatten die Vorfälle „eine neue Qualität von Gewalt“. „Wir sehen eine gestiegene Gewaltbereitschaft“, erklärte ein Stadtsprecher am Dienstag. „Wir werden die Vorkommnisse gemeinsam mit der Polizei auswerten und dann schauen, was dies für die kommenden Demonstrationen bedeutet.“ (dpa)