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Zittau

Landtagspräsident besucht Ausstellung

Die Ausstellung "entKOMMEN" in den Städtischen Museen Zittau zeigt Flucht und Vertreibung über die Jahrhunderte - das Schicksal hat auch segensreiche Facetten.

Landtagspräsident Matthias Rößler (Mitte) mit Stephan Meyer (l.) und Museumsdirektor Peter Knüvener.
Landtagspräsident Matthias Rößler (Mitte) mit Stephan Meyer (l.) und Museumsdirektor Peter Knüvener. ©  Matthias Weber

Bei seinem Besuch in Zittau schaute sich der Landtagspräsident Matthias Rößler (CDU) auch die Sonderausstellung "entKOMMEN" an. Die Ausstellung in den Städtischen Museen trägt den Untertitel "Das Dreiländereck zwischen Vertreibung, Flucht und Ankunft". Begleitet wurde er vom Landtagsabgeordneten Stephan Meyer (CDU) und Museumsdirektor Peter Knüvener. Rößler zeigte sich sichtlich beeindruckt, wie erlebbar das Schicksal der Vertriebenen im Lauf der Geschichte dargestellt wird und aktuelle Bezüge zur Gegenwart mit seinen großen Flüchtlingsströmen eine Rolle spielen. Die Sonderausstellung ist verlängert bis zum 18. Oktober geöffnet.

Laut Mitteilung der Stadt Zittau nähert sich die Ausstellung verschiedenen Aspekten dieser Thematik und betrachtet drei Zeiträume, die für die Stadt Zittau, ihre Umgebung und die polnischen Nachbargebiete bedeutsam waren, genauer.  "Im 17. Jahrhundert kamen protestantische böhmische Glaubensflüchtlinge in die Region. Ihre Integration verlief im Schatten des Dreißigjährigen Krieges nicht reibungslos", heißt es in der Ausstellungsbeschreibung. Doch habe sich der Zuzug langfristig als vorteilhaft erwiesen. Die Glaubensflüchtlinge hätten neues Wissen mitgebracht, das eine Grundlage für den kulturellen Aufschwung der Stadt Zittau und ihres Umlandes bildete.

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Flucht und Vertreibung gibt's bis heute

Massenvertreibungen brachte auch der Zweite Weltkrieg mit sich. "Die Ausstellung zeigt, welche Erfahrungen die Menschen hierbei im „Zittauer Zipfel“ machten", teilt die Stadt mit. 1945 seien die deutschen Bewohner dieses Gebietes ausgewiesen worden. Stattdessen siedelten sich Bewohner an, die aus den polnischen Ostgebieten ausgewiesen worden waren. Die Ausstellung zeigt Exponate, die von den neuen Siedlern mitgebracht wurden ebenso solche, die sie vorfanden.

"Heute ist die Oberlausitz wieder Zufluchtsort von Menschen, die vor Kriegen, staatlicher Willkür oder Verfolgung fliehen", heißt es in der Ausstellungsbeschreibung. Heute kämen Menschen aus Syrien, der Ukraine oder Afghanistan. Die müssten auch mit "menschenverachtenden" Parolen umgehen. "Darf heute ein Wahlplakat verkünden, dass „Migration tötet“?" fragen da etwa die Ausstellungsmacher. Oder lässt sich eine Abschiebung nach Venezuela per WhatsApp verhindern? Das seien nur zwei Fragen, die mit Exponaten in der Ausstellung unterlegt sind.

Korrektur-Hinweis vom 5. Juli 13.05 Uhr: In einer ersten Version des Textes hatte es in der Überschriften geheißen "Minister besucht Flucht-Ausstellung". Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

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