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Austausch der Agenten wäre fast gescheitert

Nachdem die Namen der Spione in den Medien aufgetaucht waren, hätten die USA den Deal beinahe platzen lassen.

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Moskau/Washington. Der größte Agentenaustausch zwischen den USA und Russland seit dem Kalten Krieg stand nach Angaben aus Moskau zwischenzeitlich auf Messers Schneide. Nachdem die Namen der vier von Washington gewünschten Westspione in der russischen Presse aufgetaucht seien, wollte die US-Seite den Deal fast platzen lassen, sagte ein Moskauer Geheimdienstler am Wochenende der Zeitung „Moskowski Komsomolez“. Zudem habe sich der Nuklear-Experte und angebliche CIA-Agent Igor Sutjagin vehement gegen einen Austausch gesträubt. Erst im letzten Moment seien die Hindernisse beseitigt worden. Das von der Weltöffentlichkeit verfolgte Geheimdienst-Schauspiel fand am Wochenende mit der Ankunft der Maschine in den USA seinen Abschluss.

Die von der US-Regierung gecharterte Boeing 767 legte nach dem Austausch in Wien auf dem Weg in die USA zunächst einen Zwischenstopp auf einer Militärbasis im englischen Oxfordshire ein. Dort stiegen Sutjagin und der Ex-KGB-Oberst Sergej Skripalj aus, wie das russische Staatsfernsehen am Sonntag berichtete. Der 45-Jährige warte abgeschirmt in einer Kleinstadt bei London auf ein britisches Visum, sagte sein Bruder. (dpa)