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Autoballett am Neumarkt

Die Umleitungen im Löbauer Stadtzentrum sind seit Wochenbeginn verändert. Das ist gewöhnungsbedürftig.

© Thomas Eichler

Von Susanne Sodan

Löbau. Mit Musik hätte das derzeitige Schauspiel vor der SZ-Redaktion in Löbau etwas von Ballett. Autoballett. Donnerstagabend. Ein Auto nach dem anderen kommt von der Neusalzaer Straße zum Neumarkt gefahren. Bremslichter leuchten auf: Die Autos stehen vor gleich zwei Durchfahrt-Verboten-Schildern: Rechts am Neumarkt ist schon seit Monaten gesperrt. Links in Richtung Äußere Bautzener Straße geht es seit Beginn der Woche nicht weiter. Die kleine Autoschlange teilt sich auf. Ein paar wenden sofort, andere fahren auf den Neumarkt-Parkplatz, drehen dort eine Runde. Alle sammeln sich wieder, fädeln sich ein, als handelte es sich um eine Choreografie. Wieder Bremslichter. Warten, bis die Ampel an der Ecke zwischen Neumarkt, Neusalzaer Straße und Pestalozzi-Straße grün zeigt. Und Abgang. Oder eben Rückfahrt.

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© SZ

Seit Wochenbeginn ist das Löbauer Zentrum eine Herausforderung für Autofahrer. Dass die Stadt einige Umleitungen hat, ist zwar nicht neu. Es entstehen zwei neue Kreisverkehre. Der erste Kreisel am Promenadenring ist fertiggestellt, jetzt haben die Arbeiten am zweiten Kreisel am Neumarkt begonnen. Auf ihn werden künftig die Neusalzaer Straße, die Äußere Bautzener Straße, der Promenadenring, die Innere Bautzener Straße und die Teichpromenade münden. Bauarbeiter und Bagger sind seit Montag am Werk. „Die Arbeiten starten mit der Verlegung sämtlicher Medien im Baubereich“, teilt das Landesamt für Straßenbau und Verkehr mit. „Die innerörtliche Umleitung wird angepasst und steht ab Sonntag bereit.“ Diese scheint für viele Autofahrer aber noch gewöhnungsbedürftig zu sein. Die SZ erklärt die Schwerpunkte.

Das sind die vier Schwerpunkte

Änderung 1: Nicht vom Bauzaun auf der Äußeren Bautzener irritieren lassen

Bisher war es so: Kommt man von der B6 und will in Richtung Neumarkt, fuhr man über die Äußere Bautzener Straße. Dort ging es an der Goethestraße nach rechts ab. Das geht es nun nicht mehr. An der Goethestraße stehen jetzt zwei rote Durchfahrtverbots-Schilder. Ein blaues Schild mit weißem Pfeil an der Kreuzung sagt: Weiter geradeaus auf der Äußeren Bautzener Straße. Die Beschilderung ist eindeutig. Und trotzdem ist die Stelle verwirrend. Denn orientiert man sich an der Stelle tatsächlich geradeaus, also weiter auf der Äußeren Bautzener Straße, hat man einen Bauzaun vor Augen. Mit dem Kreiselbau hat der nichts zu tun. Die Äußere Bautzener Straße ist für ein kurzes Stück halbseitig gesperrt, weil die Wohnungsverwaltung und Bau GmbH Löbau vier Häuser saniert. Wer also aus nördlicher Richtung die Äußere Bautzener Straße hinabfährt, muss am Bauzaun erst den Gegenverkehr durchlassen. Dann geht es weiter, die neue Umleitung Richtung Neumarkt und Neusalzaer Straße führt jetzt über die darauffolgende Querstraße, die Pestalozzistraße.

Änderung 2: Der Neumarkt ist nun vollkommen dicht

Die Pestalozzistraße wiederum endet an der Kreuzung mit der Neusalzaer Straße. Hier stoppt eine Ampel die Autofahrer. Das ist nicht neu. Bisher konnte man an der Kreuzung nach rechts und links in die Neusalzaer Straße abbiegen. Links wartet nun die Ballett-Stelle: Die Neumarkt-Straße ist schon lange zu, jetzt ist auch die Weiterführung der Neusalzaer Straße gesperrt. Nur zum Neumarkt-Parkplatz kommt man noch. Der war am Mittwochabend auch für Silvana Hilbrich die Wendestelle, nachdem sie sich verfahren hatte. Dabei kennt sich die junge Frau gut aus, sie ist Löbauerin. Am Mittwoch wollte sie aus Richtung Neusalzaer Straße in Richtung Norma an der Breitscheidstraße. Aber die neue Verkehrsführung machte ihr beim ersten Versuch einen Strich durch die Rechnung. „Vor ein paar Tagen bin ich hier noch durchgekommen, plötzlich ist wieder alles anders“, sagte sie. So erging es dieser Tage nicht nur ihr.

Änderung 3: Bloß nicht blinzeln an der Ampel am Neumarkt-Parkplatz

Zeit, sich mit Silvana Hilbrich zu unterhalten, ist genug. Ob Fehlfahrt oder Absicht, wer vom Neumarkt-Parkplatz zurück auf die Neusalzaer Straße oder die Pestalozzistraße will, muss eine Ampel an der Kreuzung passieren. Eine Ampel mit sehr kurzer Grünphase. Stadtsprecherin Eva Mentele erklärt: „Die Grünphase an der Ampel aus Richtung Parkplatz ist deswegen sehr kurz, weil im Normalfall nur der Verkehr aus Richtung Parkplatz diese Strecke befährt“, teilt sie mit. Dafür sei die Phase ausreichend. Aber wenn sich viele verfahren, kann es schwierig werden.

Änderung 4: Achtung, Gegenverkehr auf der Pestalozzistraße

„Aus Richtung Neusalzaer Straße ist die Umleitung über die Pestalozzistraße zur Äußeren Bautzener Straße ausgeschildert“, teilt Eva Mentele mit. Sie rät, auf die neuen Schilder auch genau zu achten. „Die Autofahrer müssen sich nach der gültigen Verkehrsbeschilderung richten.“ Daran gibt es auch nicht nur Kritik. „Es steht alles richtig da, daran gibt es auch nichts zu meckern“, sagt Alexander Kretschmar vom Busunternehmen KVG. Vorab habe es viele Beratungen über die günstigste Variante gegeben. „Wie sollten sie es denn anders machen?“ Die Busfahrer wurden vorab über die Neuerungen informiert. Eine Schwierigkeit sieht er auf der Äußeren Bautzener Straße bei dem Bauzaun. „Der steht ungünstig“, sagt Kretschmar. Ein großen Vorteil sieht er dagegen auf der Pestalozzistraße. Denn die ist jetzt keine Einbahnstraße mehr, sondern wieder in beide Richtungen befahrbar. „Für uns ist das natürlich günstiger.“ Auf der Pestalozzi-Straße ist auch die Bushaltestelle.

Die Autofahrer, die bisher von der Pestalozzistraße nach links in die Neusalzaer Straße gefahren sind, müssen sich aber umgewöhnen. Man kann als Linksabbieger nicht mehr einfach bis vor an die Ampel fahren, da kommt jetzt Gegenverkehr. Andererseits: Nach links abbiegen, bringt nichts mehr. Außer Autoballett.

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