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Autofahrer brauchen starke Nerven

Die Sperrung der vielbefahrenen Beethovenallee in Großenhain sorgt für Unmut. Und es ist nicht die einzige Baustelle.

© Kristin Richter

Von Catharina Karlshaus

Großenhain. Eigentlich habe er ja nach Großenhain gewollt. Aber wie es gerade ausschaue, sei er offensichtlich in Schilda gelandet. Der Mann am anderen Ende der Telefonleitung ist außer sich: „Sind die denn bei Ihnen in der Stadt zu dämlich, das mal ordentlich auszuschildern?“, brüllt der Dresdner in den Hörer. Wieso würde die Straße jetzt schon wieder aufgerissen? Erst letztes Jahr im Sommer habe er mit seinem Laster immer den Umweg durch die Innenstadt nehmen müssen. „Und da war auch an der gleichen Stelle alles dicht! Denken die, man ist zu blöd und merkt das nicht?“, ereifert sich der Spediteur – und legt auf.

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Für die Autofahrer heißt es derzeit in Großenhain Umleitungen beachten und mehr Zeit einplanen für das Warten an der Ampel auf der Dresdner Straße.
Für die Autofahrer heißt es derzeit in Großenhain Umleitungen beachten und mehr Zeit einplanen für das Warten an der Ampel auf der Dresdner Straße. © Kristin Richter

Ein keineswegs enthusiastischer Sympathisant der aktuellen Bauarbeiten auf der Großenhainer Beethovenallee, der an diesem Vormittag nicht allein bleiben wird. Auch in den sozialen Netzwerken wird der Unmut laut, weshalb die Straße nach 2017 bereits schon wieder nicht befahrbar ist. Vom „planlosen Chaos“ wird da geschrieben und die Frage gestellt, weshalb alle Arbeiten nicht auf einmal erledigt werden könnten. Hinzu käme, dass bis zu zehn Lastwagen täglich vor der Baustelle stünden.

Am schlimmsten sei es nachts, wenn diese dann rückwärts in die Herrmannstraße fahren würden, um zu wenden. „Und auch als Fußgänger ist man nicht mehr sicher“, schimpft eine Rentnerin im Gespräch mit der Sächsischen Zeitung. Wie die 71-jährige Großenhainerin betont, sei sie am Dienstagmorgen „fast unter die Räder gekommen“, weil besonders kluge Autofahrer versucht hätten, über den Parkplatz an der Amtsgasse abzukürzen. „Das muss man einem normalen Menschen wirklich mal erklären! Da wird an dieser Stelle x-mal in zwei Jahren die Straße aufgerissen und zusätzlich stehen an der Mülbitzer Straße Ampeln, wo sich auch noch lange Schlangen bilden!“

Koordination war nicht möglich

Tatsächlich erleben viele Großenhainer und Gäste der Stadt momentan ein kleines Deja-vu. Von April bis zum Juli 2017 mussten die Verkehrsteilnehmer Umleitungen auf dem Musikerring in Kauf nehmen. Praktisch bedeutete das, dass die Weber- und die Beethovenallee jeweils nur in eine Richtung befahrbar waren. Nachdem die Enso die Großenhainer Innenstadt vorher bereits fit für ein schnelleres Internet gemacht sowie zahlreiche Strom- und Gasleitungen neu verlegt hatte, wurde auf der Allee eine neue Trinkwasserleitung in die Erde gebracht. Und jetzt? „Und jetzt müssen noch im Bereich der gesamten Beethovenallee die Abwasserkanäle saniert werden, die einfach nicht mehr dem neuen Stand der Technik entsprechen. Damit einher geht auch die Instandsetzung der Hausanschlüsse“, weiß Diana Schulze.

Wie die Großenhainer Rathaussprecherin erklärt, sei es leider nicht möglich gewesen, die Arbeiten der Wasserversorgung Riesa/Großenhain mit den jetzigen zu verbinden. Technologische Randbedingungen hätten der Koordination leider entgegengestanden. Da aber wiederum die Straße selbst nachfolgend vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr saniert werden soll, habe man die Arbeiten jetzt durchführen wollen.

Demnach setze seit 3. April die Firma Tieku Mühlbach aus Lampertswalde den Mischwasserkanal und die jeweiligen Hausanschlüsse instand. Der Kreuzungsbereich Mozartallee/Meißner Straße/ Beethovenallee sei für gut drei Wochen gesperrt.

Allerdings: Die Zufahrt bis zum Parkplatz Beethovenallee ist ebenso möglich wie die Verbindung zwischen Meißner Straße – aus der Innenstadt kommend – in Fahrtrichtung Mozartallee. Ab dem 24. April bis zum Ende der Bauzeit am 30. Juni , so Diana Schulze, müssten sich die Autofahrer dann auf eine Einbahnstraßenregelung in Fahrtrichtung Meißen einstellen.

Die Umleitungsstrecke – sie erfolgt über die S 81, Dresdner Straße – die S 292, Mülbitzer Straße – B 101, Priestewitzer Straße und umgekehrt – sei mehrfach kontrolliert und teilweise optimiert worden. „Da einige Lkw-Fahrer die Verkehrszeichen bewusst ignoriert haben, wurde nachträglich für die Meißner Straße mit Ausnahme des Lieferverkehrs ein Lkw-Fahrverbot aufgestellt. So können sie nicht in den engen Gassen, wie zum Beispiel der Fabrikgasse und Amtsgasse, stecken bleiben“, sagt Diana Schulze. Schließlich gebe es dort keine Möglichkeit zum Wenden.

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Nicht verzichtet werden könne überdies auf die teilweise kritisierte Ampel an der Öhringer-/Mülbitzer Straße. Grund dafür wären mehrere Umleitungen und verschiedene Baumaßnahmen, welche durch das gesamte Stadtgebiet von Großenhain führen. Gerade im betreffenden Kreuzungsbereich verursachten sie ein erhöhtes Verkehrsaufkommen. Ab 20 Uhr sei die Ampel jedoch außer Betrieb.