merken

Autofahrer erteilt teure Lektion

Weil sein Dacia von einem Fußball getroffen wurde, soll ein Angeklagter in Prohlis auf einen 16-Jährigen eingeprügelt haben.

Von Alexander Schneider

Des Deutschen liebstes Kind bleibt sein Auto – auch wenn es sich um einen Dacia handelt. Im Oktober 2013 hat ein 43-jähriger Mann aus Prohlis die Beherrschung verloren, als ein Nachbarsjunge angeblich mit einem Fußball die Karosserie seines Autos getroffen habe – es stand gleich neben dem Spielplatz. Seit gestern steht er vor dem Amtsgericht Dresden.

Wandern
Schritt für Schritt
Schritt für Schritt

Gerne an der frischen Luft und immer in Bewegung? Wanderwege, Tipps und Tricks finden Sie hier.

Laut Anklage habe der Mann sich den damals 16-Jährigen sofort gegriffen und geschüttelt. Er soll ihn mehrfach mit der Faust geschlagen und dabei dessen T-Shirt zerrissen haben. Anschließend habe er den Jungen mit einem Stock in der Hand verfolgt und gedroht, sie alle umzubringen, wenn sie erneut sein Auto beschädigten. Der 16-Jährige habe neben Kratzern eine Augapfelprellung und eine Teilablösung seiner Netzhaut erlitten.

Der Angeklagte – er hat selbst neun Kinder, davon sechs eigene – gab zu, er habe dem Jungen Angst machen wollen. „Das hat eine Vorgeschichte“, sagte er. Mehrfach habe er den Jungen ermahnt, weil es Ärger gegeben habe. „Ich habe ihn schon ein paarmal verwarnt“, sagte der 43-Jährige. Dann, er sei gerade vom Einkaufen gekommen, habe ihm seine Tochter gesagt, dass der Junge wieder den Fußball gegen das Auto geschossen habe. „Da bin ich hin und habe ihn geschlagen, aber nicht gegen den Kopf“, sagte der Mann. Die Netzhautablösung stamme wohl davon, dass der Junge einen Ball an den Kopf bekommen habe: „Eine halbe Stunde später hat er wieder Fußball gespielt.“

Drei Jungs vom Spielplatz berichteten jedoch als Zeugen, sie hätten nach dem Zwischenfall nicht weiter gespielt. Die Mutter sagte, sie sei mit ihrem verletzten Jungen zur Notaufnahme gefahren. Ein damals zufällig anwesender Polizist sagte zudem, er habe keinen Schaden an dem Dacia des Angeklagten festgestellt. Richter Markus Vogel genügten diese Aussagen nicht. Er will nun weitere Zeugen hören, um die Verletzung und die Tat aufzuklären. Der Prozess wird fortgesetzt.