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Autofahrer ignorieren Vollsperrung

Zwischen Lohmen und Abzweig Porschendorf erneuert der Freistaat eine Böschung. Offiziell ist nur für die Baufirma frei.

© Katja Frohberg

Von Heike Wendt

Sackgassenschilder in Lohmen deuten darauf hin: Auf der Stolpener Straße in Richtung Dobra/Stolpen geht es irgendwann nicht weiter. Wie weit genau die Straße frei ist, lässt sich allerdings nicht aus der Beschilderung entnehmen. Kommt man bis zu den Kleingartenanlagen, bis zum Sportplatz oder bis zum Abzweig nach Porschendorf? Lediglich eine Sperrung in Richtung Stolpen ist ausgeschildert. Um herauszufinden, wie weit die Staatsstraße frei ist, muss man den Test machen.

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Gebaut wird zwischen Bahnüberführung und Abzweig Porschendorf, dort, wo die Brausnitz unter der Straße durchfließt. Seit vorigem Dienstag ist die Straße voll gesperrt. „Derzeit gehen wir von einer Vollsperrung bis 16. Juni aus“, sagt Klaus Lechler, Niederlassungsleiter des Landesstraßenbauamtes in Meißen.

Die ersten Baustellentage sorgten für reichlich Verwirrung. Aus Richtung Dürrröhrsdorf und Dobra war nicht ersichtlich, dass der direkte Weg nach Lohmen gesperrt ist. „Ich stand plötzlich kurz hinterm Abzweig Porschendorf vor der Absperrung und kam nicht weiter“, berichtet ein Lohmener. Dank Ortskenntnis wich er über Mühlsdorf aus. Über die Ausschilderung konnte er nur den Kopf schütteln. Für zusätzliche Verunsicherung sorgte eine andere Straßenbaumaßnahme im Nachbarort Dobra unmittelbar zuvor. „Viele dachten, die Schilder stehen noch von Dobra“, sagt der Lohmener. Auf denen war die Sperrung in Richtung Stolpen ausgewiesen, nichts anderes steht auf den aktuellen Schildern. Dass jetzt an einer anderen Stelle gebaut wird, geht daraus nicht hervor.

Gearbeitet wird an einer Böschung und an der Fahrbahn. Hier hatte das Junihochwasser im vorigen Jahr Schäden hinterlassen. Direkt unter der Fahrbahn befindet ein Durchlass, in dem das Wasser der Brausnitz von der Hangseite in Richtung Wesenitz abfließen kann. Die Böschung war vom Hochwasser ausgespült worden und leicht abgerutscht. Das wird jetzt repariert. Zudem wird der beschädigte Randbereich grundhaft erneuert. Rund 52.000 Euro wird die Maßnahme kosten, die der Freistaat bezahlt.

Ausschilderung jetzt verbessert

Momentan scheint die Baustelle allerdings wenig Autofahrer zu stören. Vorgestern Abend war einer der Absperrzäune zur Seite gerückt. Ohne Zögern passierten mehrere Autos innerhalb weniger Minuten die Baustelle. Lediglich ein Fahrer mit auswärtigem Kennzeichen am Auto ging vom Gas und fuhr – sich offenbar des unerlaubten Passierens bewusst – langsamer. Alle anderen bretterten durch, als stünde kein Bagger auf der Straße. Auch tagsüber wird die Vollsperrung ignoriert.

„Die Beschilderung ist ordnungsgemäß aufgebaut und wurde erst gestern durch die Verkehrsmeisterei Langburkersdorf kontrolliert“, informiert das Landratsamt auf Nachfrage. Problematisch ist deren Einhaltung. „Die Durchfahrt durch den Baubereich muss von uns bzw. der Baufirma allerdings hingenommen werden. Wir können gegen die verkehrswidrig in die Baustelle einfahrenden Fahrzeugführer nichts tun, das darf nur die Polizei“, erklärt der Niederlassungsleiter des Straßenbauamtes.

Nachgebessert wurde inzwischen bei der Ausschilderung der Umleitung. Diese muss vom Bauunternehmen beim Landratsamt eingereicht und ein Beschilderungsplan angefügt sein. Trotz Genehmigung wurden im Nachhinein „Suboptimalitäten“ erkannt. „Die Bauüberwachung hat eine teils unverständliche Beschilderung festgestellt und sukzessive verbessert“, informiert Klaus Lechler. Somit sei die Ausschilderung der Umleitung nun besser verständlich.